Wirtschaft : Der Dollar ist genug gefallen

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Was auch immer beim Treffen der führenden Finanzminister herauskam – man schien mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Die Europäer wollten den Fall des Dollars gegenüber dem Euro stoppen und sagten danach, ihr Ziel wäre erreicht. Auch USFinanzminister Snow war „entzückt“ von den Ergebnissen. Die G-7-Minister gaben ein Communiqué heraus, nach dem „starke Schwankungen und chaotische Bewegungen der Wechselkurse zugunsten des wirtschaftlichen Wachstums zu vermeiden sind“. An einer anderen Stelle, die die Europäer begeistert haben soll, heißt es, dass die Devisenmärkte weiterhin aufmerksam beobachtet würden und man in angemessener Weise kooperieren werde. Die Deutschen und Franzosen hoffen, dass diese Kooperation die Währungsmärkte davon abhalten wird, den Euro noch weiter hochzuhandeln.

All das wird nicht viel ändern. Japan hat gerade Unsummen verschwendet, um gegen den Verfall des Yens zu intervenieren. Erfolglos. Wenn die G-7-Staaten den Dollarsturz wirklich stoppen wollen, müssen sie die Dollarmenge relativ zum Yen oder Euro verringern. Dafür müsste die Geldpolitik geändert werden – indem man entweder in den USA mit Hilfe der US-Zentralbank den Dollarbestand verringert oder in Europa die Zinszügel lockert. US-Zentralbankchef Alan Greenspans Geldpolitik war lange aggressiv expansiv, vielleicht länger als nötig. Seit die Zentralbank aber signalisierte, dass sie den Geldhahn nicht für immer auflassen würde, hat sich der Dollar etwas stabilisiert.

In diesem Sinne war das G-7-Treffen ein wichtiges Signal, dass die Minister den Rufen aus Wirtschaft und Medien, die einen weiteren Fall des Dollars fordern, da das amerikanische Handelsdefizit zu groß sei, nicht beipflichten. Der Dollar ist bereits genug gefallen, um eine Korrektur des Handelsdefizits wahrscheinlich zu machen. Ein schwächerer Dollar könnte das Inflationsrisiko erhöhen. Eine Inflation würde hohe Wellen schlagen bei den Währungen, die an den Dollar gekoppelt sind, und bei den Rohstoffen, die in Dollar gehandelt werden. Nach drei harten Jahren gibt es endlich wieder Wachstum in der Welt, und im Moment ist die Hauptbedrohung dieses Wachstums die Schwacher-Dollar-Lobby. Gut, dass die G 7 nicht dazugehören.

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