Wirtschaft : Der Pro-Sieben-Chef prüft alle Optionen für ein Projekt mit Sat 1

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Das erste Projekt des neuen Chefs von Pro Sieben, Urs Rohner, ist die Realisierung einer Senderfamilie mit dem bisherigen Konkurrenten Sat 1. Der bisherige Wirtschaftsanwalt aus Zürich trat vor einer Woche seinen neuen Posten bei der Pro Sieben Media AG an. Seit einigen Monaten hat sich der 40jährige Schweizer in das schwierige Fernsehgeschäft eingearbeitet. "Je früher man das Projekt in Angriff nimmt, desto schneller hat man die Synergien", erklärte Rohner im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Aus der Kirch-Gruppe, die sowohl an Sat 1 als auch an der börsennotierten ProSieben-Gruppe mehrheitlich beteiligt ist, heißt es dazu, eine Entscheidung über das neue Gemeinschaftsprojekt soll bis zum Frühsommer fallen.

Hinter den Kulissen laufen derweil intensive Gespräche. Rohner sieht drei Wege, Sat 1 unter ein Dach mit den Pro-Sieben-Sendern (Pro7, Kabel1, N24) zu bringen. Zunächst könnte Sat1 in die Pro Sieben Media eingebracht werden. Die Sat 1-Gesellschafter (Kirch-Gruppe und Axel Springer Verlag) würden dann Aktionäre bei Pro Sieben. Darüber müßten Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung abstimmen. Alternativ könnte unter dem Dach der Kirch-Gruppe eine weitere Holding gebildet werden, unter der die TV-Sender dann gemeinsam arbeiten. Die dritte, laut Rohner allerdings "rein theoretische" Möglichkeit, sieht einen Kauf von Sat 1 durch die Pro Sieben-Gruppe vor. "Alle Möglichkeiten werden geprüft. Die Gesellschafter entscheiden", meint Rohner. In jedem Fall würden durch die Gründung einer Kirch-Senderfamilie, die in Deutschland im Free-TV auf einen Marktanteil von über 25 Prozent kommt, Synergien realisiert. Rohner nennt als Beispiele eine gemeinsame Vermarktung und eine bessere Abstimmung zwischen den Sendern.

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