Wirtschaft : Der Reiseveranstalter kann kräftige Zuwachsraten bei Passagieren und Umsatz vorweisen

Die Reiselust der Deutschen hat dem Condor-Neckermann Reisekonzern C & N Touristic kräftige Zuwächse beschert. Der Konzern habe im Geschäftsjahr 1998/99 (31. Oktober) bei Umsatz und Passagieren um rund acht Prozent zugelegt, sagte C & N-Vorstand Wolfgang Beeser am Sonntagabend im tunesischen Tozeur. Trotz der hohen Einbußen im Türkei-Geschäft habe die Zahl der Passagiere erstmals die Zehn-Millionen-Marke überschritten. Der Umsatz werde voraussichtlich bei 9,1 Milliarden Mark liegen.

"Damit sind wir exakt auf dem Niveau unserer anspruchsvollen Planung", sagte Beeser. Für das Jahr 2000 rechnet Deutschlands zweitgrößter Reiseveranstalter bei Umsatz und Passagieren mit einem Plus von sieben Prozent. Die Preise der Neckermann Reisen bleiben im Sommer 2000 weitgehend stabil. Mit rund 3,7 Millionen Gästen gehe Neckermann gut gerüstet ins Jahr 2000, sagte der Geschäftsführer der NUR Touristic GmbH, Oberursel, Detlef Altmann, bei der Vorstellung der Sommerangebote von Neckermann Reisen in Tozeur.

Beeser plädierte für eine Erhebung von Beratungsgebühren in Reisebüros. Sie sollten für Serviceleistungen erhoben werden, bei denen die Reisebüros bisher Verlustgeschäfte machten. Defizitäre Leistungen seien Buchungen und Beratungen für Bahn- und Flugtickets. "Bei diesen Leistungen stehen die entstehenden Kosten in keinem Verhältnis zu Erlösen und Gewinn", sagte Beeser. Eine Viertel Stunde lang eine Zugverbindung für 25 Mark herauszusuchen und am Computer zu buchen, koste mehr, als sie an Provisionen bringe. Derzeit werde mit den rund 1300 Reisebüros des C & N-Konzerns über die Einführung von Gebühren diskutiert.

Für die nächste Saison kündigte das Unternehmen bei Flugreisen rückläufige Preise an. Nach Kuba und auf die Dominikanische Republik können Neckermann-Urlauber im Sommer 2000 um fünf Prozent billiger reisen als 1999. Für Reiseziele in der Türkei sinken die Preise zwischen zwei bis fünf Prozent. Die Kapverden bietet Neckermann um drei Prozent, Zypern und Madeira um ein und zwei Prozent günstiger an. Die Kanarischen Inseln werden zwischen 0,5 bis zwei Prozent billiger. Mehr ausgeben müssen Urlauber dagegen bei Flügen nach Tunesien und Italien (ein Prozent), Marokko (1,5 Prozent), Bulgarien (2,5 Prozent) und Griechenland (2,9 Prozent).

Sein bisher größtes Familien-Programm biete Neckermann im Sommer 2000 mit 238 Hotelanlagen an. "Wir wollen eine Familienoffensive mit billigen Kinderfestpreisen starten", sagte Altmann. Neu ins Programm genommen hat Neckermann so genannte Wellness-Reisen und Seereisen mit Kreuzfahrt- und Badeurlaub. Auch der Deutschland-Urlaub liege stark im Trend und werde ausgebaut, berichtete Altmann.

Die C & N Touristic AG gehört zu den drei führenden Reiseveranstaltern Europas und beschäftigt rund 8500 Mitarbeiter. Der Gewinn des C & N-Konzerns lag im Geschäftsjahr 1997/98 bei 267 Millionen Mark. Nach einer konzerninternen Prognose soll er 1998/99 bei rund 300 Millionen Mark liegen.

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