Wirtschaft : Der Staat treibt die Preise Inflationsrate im Februar bei 2,8 Prozent

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Berlin - Das Leben in Deutschland wird weiterhin deutlich teurer. Im Februar 2008 lag die jährliche Inflationsrate bei 2,8 Prozent und damit erneut so hoch wie im Januar. Gegenüber dem Vormonat erreichte sie 0,5 Prozent. Ursache sind vor allem die deutlich höheren Preise für Nahrungsmittel und Energie. So mussten die Verbraucher für Heizöl im Februar 2008 rund ein Drittel mehr ausgeben als ein Jahr zuvor. Spitzenreiter ist jedoch das Bildungswesen mit einer Preissteigerung um 34,9 Prozent. Hier war der Staat der Preistreiber. Durchgeschlagen haben die Studiengebühren in einigen Bundesländern.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht von Preisstabilität, wenn die Inflationsrate unter zwei beziehungsweise bei knapp zwei Prozent liegt. Die Folgen einer höheren Rate beschreiben die Währungshüter deutlich: Stabile Preise sind für das Wachstum der Wirtschaft und die Situation am Arbeitsmarkt wichtig und: „Generell leiden die schwächsten Gruppen einer Gesellschaft am meisten unter einer Inflation.“

Konkret ablesen lassen sich die Folgen relativ hoher Inflationsraten an den Zahlen, die die Bundesregierung jetzt auf eine Anfrage der FDP veröffentlicht hat. Danach ist der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland bisher bei vielen Beschäftigten nicht angekommen. So ist in den vergangenen drei Jahren das Nettoeinkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmerhaushalts deutlich langsamer gestiegen als die Teuerungsrate. Damit ist die Kaufkraft dieser Haushalte stetig gesunken. Zuletzt hat sich der Abwärtstrend beim preisbereinigten Nettoeinkommen noch verstärkt. Im Jahr 2004 konnte sich eine Familie mit zwei Kindern noch 0,4 Prozent mehr für ihr Geld leisten als ein Jahr zuvor. In den beiden Folgejahren sei die Kaufkraft um je 1,1 Prozent und 2007 um 1,3 Prozent gesunken. Seit 2005 nahm das Nettoeinkommen auch lediger Durchschnittsverdiener ohne Kinder ab. Im Jahr 2007 war ihre Kaufkraft um 1,0 Prozent gesunken, heißt es in der Antwort.

Deutschland gehörte im Ländervergleich nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat im Februar aber noch zu den Ländern mit den niedrigsten Preissprüngen. Ein geringerer Wert wurde noch in den Niederlanden (2,0 Prozent) gemessen, besonders hohe in Lettland (16,5 Prozent), Bulgarien (12,2 Prozent) und Estland (11,5 Prozent). In der Eurozone stieg die Inflationsrate auf 3,3 Prozent. Im Januar hatte sie bei 3,2 Prozent gelegen, vor einem Jahr bei 1,8 Prozent. dr

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