Wirtschaft : Der Transrapid kommt in Chinain die KritikAnhänger der Bahn wollen gegen den Schwebezug mobilisieren

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Hongkong/Peking (olm/mg/HB). In China formieren sich die Gegner der deutschen Magnetschwebebahn Transrapid. Kurz vor dem Ende der Amtszeit des Ministerpräsidenten Zhu Rongji deuten zahlreiche Äußerungen in der staatlich kontrollierten Presse auf einen Stimmungsumschwung hin. Zhu Rongji gilt als Wegbereiter der ersten kommerziellen Transrapid-Strecke, die derzeit in Schanghai entsteht. Sie sollte erst der Anfang sein, doch nun stehen die ehrgeizigen Pläne des Konsortiums Transrapid International der Konzerne Thyssen-Krupp und Siemens vor dem Scheitern. Die deutschen Konzerne hoffen auf ein ausgedehntes Transrapid-Netz, unter anderem mit einer 1300 Kilometer langen Strecke von Peking nach Schanghai.

Massiver Widerstand geht nach dem Eindruck chinesischer Journalisten vom mächtigen Eisenbahnministerium aus. Die Behörde fühlte sich bei der Entscheidung für die gut 30 Kilometer lange Flughafen-Zubringerstrecke in Schanhai übergangen, bestätigen auch diplomatische Kreise. Nunmehr plane das Ministerium für den Januar 2003 – nach der ersten Transrapid-Testfahrt von Zhu Rongji – eine Kampagne zu Gunsten der Schienentechnik.

Diese hat in der chinesischen Öffentlichkeit aber bereits begonnen: „Beendet endlich die langwierige Diskussion Schiene gegen Schwebetechnik“, forderte der bekannte Professor Shen Zhiyun von der Verkehrsuniversität Chengdu. „Es gibt kein industrielles Beispiel für den Transrapid“, kritisierte er gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Jeder, der auch nur über minimale Konstruktionskenntnisse verfüge, wisse, dass die technische Umsetzung der geplanten Strecke zwischen den Metropolen Peking und Schanghai kaum möglich sei. Zentrale Begründung für seine heikle Aussage: Die Analyse der Machbarkeitsstudien für das technische Konzept sei im laufenden Fünfjahresplan bis 2005 nicht zu bewältigen.

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