Wirtschaft : Der Trick mit der Zulassung Autos und PCs verlieren schnell

an Wert – aber nicht an Qualität

Jan Friedmann

Wer Waren aus zweiter Hand kauft, erwirbt nicht automatisch alte, abgenutzte Produkte. Beispiel Tages- oder Kurzzulassungen bei Autos: Damit schönen die Hersteller gern ihre Verkaufsstatistik. Dabei werden Neuwagen für wenige Tage angemeldet und gelten so offiziell als verkauft. Tatsächlich aber macht der Händler die Anmeldung sofort rückgängig und verkauft das Auto als „jungen Gebrauchten“ – mit bis zu 30 Prozent Rabatt. Dadurch kommen die Händler ihren Abnahmeverpflichtungen gegenüber den Herstellern nach und kassieren zusätzlich Prämien für gute Verkaufszahlen.

Auch die Käufer machen einen guten Schnitt – sie bekommen einen neuwertigen Gebrauchtwagen und dazu ein Jahr Garantie. Das bedeute aber nicht, dass der Verkäufer für alle Mängel hafte, warnt Silvia Schattenfroh vom ADAC. Die Gewährleistung gilt nicht für Mängel, die der Verkäufer beim Verkauf benennt. Käufer sollten daher die beigefügte Mängelliste genau studieren. Man kann den Händler außerdem seine Versprechungen in den Kaufvertrag eintragen lassen; etwa die Kilometerlaufleistung.

Drei Punkte sollte man zudem beachten: Die Werksgarantie beginnt mit dem Datum der Erstzulassung, das daher nicht zu weit zurückliegen sollte. Außerdem ist der Käufer nicht Erstbesitzer. Das kann beim Wiederverkauf von Nachteil sein. Schwierig könnte es auch werden, bei einem Totalschaden von der Vollkaskoversicherung den vollen Kaufpreis des Wagens erstattet zu bekommen.

Billige Rechner für den Hausgebrauch

Auch bei Computern kann eine Menge sparen, wer sich nach Zweite-Hand-Rechnern umschaut. Das gilt besonders für Nutzer, die vorwiegend im Internet surfen und Texte schreiben. Für sie ist das Berliner Projekt „ReUse Computer“, ein Verbund von Computerhändlern, Reparaturdiensten und Entsorgern von Interesse. Bei den beteiligten Händlern – Cecon Computer Systems, Digicom Berlin oder Kultimedia – gibt es Computer mit einem Jahr Garantie für kleines Geld: Ein Dell Pentium 2 mit 128 MB RAM Arbeitsspeicher und 6,4 GB Festplatte kostet 229 Euro, ein 17-Zoll-Monitor 95 Euro. Zudem schont der Gebrauchtkäufer die Umwelt. Denn die Herstellung eines PC kostet so viel Energie und Rohstoffe wie der Bau eines neuen Autos, haben Umweltexperten vom Wuppertal Institut errechnet. Jan Friedmann

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