Wirtschaft : Der Verkauf von Felten & Guilleaume beschäftigt das Bundesaufsichtsamt

Der Verkauf des Kölner Energietechnik-Unternehmens Felten & Guilleaume (F & G) beschäftigt wegen des Verdachts auf Insider-Börsengeschäfte das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel. Die Untersuchungen laufen seit Ende August des vergangenen Jahres. Das bestätigte ein Sprecher des Frankfurter Amtes am Montag. Gegen den Kölner Oberstadtdirektor Klaus Heugel (SPD) bestehe aber derzeit kein Verdacht, sagte der Sprecher. Er dementierte damit einen Bericht der Zeitung "Kölner Woche". F & G war im vergangenen Herbst von der Bonner Moeller-Firmengruppe übernommen worden.

Das Bundesaufsichtsamt prüft derzeit, ob es "Beziehungen gibt, die Anhaltspunkte für verbotene Insidergeschäfte darstellen", wie der Sprecher mitteilte. Dafür würden mögliche Verflechtungen so genannter Primärinsider - Personen, die wegen ihrer Funktion Kenntnis von dem anstehenden Verkauf hatten - mit den Geschäftspartnern F & G und Moeller überprüft. Heugel und der Vorstandsvorsitzende der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG (GEW), Fritz Gautier, würden bisher beim Amt lediglich als Primärinsider geführt. "Von einem Verdacht gegen die beiden Herren kann man im Augenblick nicht sprechen." Die GEW hatte im Herbst ihren Anteil an F & G in Höhe von rund 25 Prozent verkauft.

Der Sprecher sagte weiter, das Bundesaufsichtsamt sei tätig geworden, nachdem die Verkaufsankündigung "auffällige Kurs- und Umsatzzahlen" ausgelöst habe. Die F & G-Aktie war nach der Ankündigung von 230 bis 240 DM auf rund 300 DM gestiegen. Ein Sprecher der Moeller-Gruppe sagte, das Unternehmen wolle dazu derzeit keine Angaben machen. Felten & Guilleaume hatte 1998 nach eigenen Angaben etwa einen Umsatz auf dem Vorjahresniveau von 1,2 Mrd. DM erwirtschaftet. Der Vorsteuergewinn fiel mit 25 Mill. DM (12,8 Mill. Euro) um rund sechs Mill. DM höher aus als 1997.

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