Wirtschaft : Der Verlierer - France Télécom

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France Télécom hat in seiner Expansionsstrategie erneut einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. In diesem Jahr ist bereits die Partnerschaft mit der Deutschen Telekom zerbrochen und damit auch die Zukunft der Allianz Global One ungewiss. Viel schwerer wiegt für France Télécom jedoch, dass ihr der Einstieg in den deutschen Mobilfunkmarkt nun nicht gelingt. "Erklärte Strategie der France Télécom war es immer, in Europa zu den wichtigsten Playern zu gehören", sagt Analyst Frank Wellendorf von WestLB Panmure. Dazu müsse sie natürlich auf dem deutschen - dem wichtigsten europäischen Markt - präsent sein. Bisher habe France Télécom immer nur "Kleinigkeiten" gekauft, sagt Stefan Gäde, Analyst der Hamburgischen Landesbank. "Die Franzosen haben ein weit verzweigtes Netz unbedeutender Beteiligungen. Eine richtige Auslandsstrategie ist aber bisher nicht zu erkennen." Weil France Télécom bei Minderheitsbeteiligungen keine Kontrolle über die Kunden habe, könne der Telekommunikationskonzern auch keine Synergien aus den Beteiligungen gewinnen, keine einheitlichen Produkte oder einheitliche Standards länderübergreifend anbieten, sagt Wellendorf. Denkbar wäre es, dass die Franzosen jetzt bei einem deutschen Mobilfunk-Service-Provider einsteigen. Doch mögliche Kandidaten wie etwa Drillisch oder D-Plus seien viel zu klein. Eine neue Chance für den Einstieg in den deutschen Markt sieht er für France Télécom im kommenden Jahr: Dann versteigert die Regulierungsbehöre zusätzliche Lizenzen für die neue Generation im Mobilfunk, UMTS.

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