Wirtschaft : Der Weltspartag

FRIEDRIKE BECKER

Der 30.Oktober ist im Kalender rot markiert.Hartnäckige Sparer kramen Jahr für Jahr die alten Sparbücher aus der Schublade und tragen die gehorteten Bestände zum Weltspartag in die Geschäftsstellen der Banken und Sparkassen.Bei den Anlagemöglichkeiten der modernen Finanzwelt wirkt ein Weltspartag wie ein längst überholtes Relikt aus Opas Zeiten.Nicht nur Aktien und Renten, sondern Investmentfonds in allen möglichen Varianten, Optionen und Futures bestimmen das Finanzgeschehen.

Der Weltspartag wurde von einem internationalen Sparkassenkongreß 1924 in Mailand ins Leben gerufen, um die Kunden auf Sinn und Nutzen der Sparsamkeit aufmerksam zu machen.Der deutschen Sparkassenorganisation kam der Weltspartag besonders gelegen.Sie stand vor der Aufgabe den nach der Inflation 1923 erloschenen Sparwillen in Deutschland wieder zu beleben.In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ein Nationaler Spartag eingerichtet, der nach Ende des zweiten Weltkrieges wieder zu einem Weltspartag umbenannt wurde.In den fünfziger Jahren starteten die Banken die ersten Werbekampagnen mit Anzeigen in Zeitungen.1955 wurde der Weltspartag durch eine Jugendsparwoche ergänzt.Leitfigur für diese wurde der "Sparefroh".1958 erschien unter dem Titel "Sparefroh" die erste Kinderzeitschrift.Der Titel wurde 1978 in "Halloh-die Zeitschrift mit dem Sparefroh" geändert.Später änderte sich der Titel nochmals.Über den Sparappell hinaus nutzen die Banken den Tag, um über die jeweils beste Anlageform zu informieren.Der Weltspartag soll das öffentliche Bewußtsein wecken.Sparsamkeit heißt heute aber nicht nur Geldsammeln.Es erfordert auch ein vernünftiges Umgehen mit Rohstoffen und Produkten.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben