Wirtschaft : Deutliche Worte

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DIE AUFGABE

Am Dienstag wird Bernd Osterloh zum Chef des VWBetriebsrats gewählt. Eigentlich sollte Osterloh, der vergangenen Sommer zu Klaus Volkerts Vize gewählt wurde, das Gremium erst ab kommendem Frühjahr leiten. Nun darf er früher ran und gleich seine Qualitäten als Krisenmanager beweisen. Osterloh wird es sein, der den verursachten Vertrauensverlust wieder wettmachen muss. Dass er es schaffen kann, daran zweifeln weder seine Kollegen von der Gewerkschaft noch die Arbeitgeberseite.

DIE KARRIERE

Osterloh ist ein echtes VW-Gewächs. 1977 kommt er als Montagearbeiter zu Volkswagen, fünf Jahre später wird er zum Vertrauensmann der IG Metall gewählt und durchläuft die Hierarchie der Gewerkschaftsbewegung, in der er noch immer verwurzelt ist. Denn Zaudern ist seine Sache nicht. Osterloh, der den neuen Typ des Arbeitnehmer-Managers verkörpert, war nie einer, der Verantwortung gescheut hat. Seine Argumente trägt er sachlich, aber mit kämpferischem Nachdruck vor. Hat er einmal einen Standpunkt eingenommen, ist er nur schwer von seiner Meinung abzubringen. Manche legen ihm das als Arroganz aus

DIE ZUKUNFT

Die Berufung von Wolfgang Bernhard zum VW-Markenchef – in den kommenden Jahren einer seiner wichtigsten Verhandlungspartner – sieht Osterloh nüchtern. Dass Bernhard der Ruf des knallharten Sanierers vorauseilt, stört ihn nicht, weil auch Osterloh weiß, dass sich in Wolfsburg vieles ändern muss, will VW konkurrenzfähig bleiben: „Mir ist einer lieber, der sagt was er denkt. Dann kann man diskutieren. Bernhard will die Strukturen optimieren, und das ist nötig.“ Osterloh und Bernhard markieren das Ende der Ära der unbedingten Konflikt-Vermeidungsstrategie. Die Zeiten in Wolfsburg werden härter. HB

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