Wirtschaft : Deutsche Bahn: Gewerkschaft will Vereinbarungen mit der Bahn kündigen

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Im Streit um die Schließung von Instandhaltungswerken der Deutschen Bahn AG hat die Gewerkschaft Transnet damit gedroht, das Beschäftigungsbündnis mit dem Bahn-Vorstand aufzukündigen. Es werde "einen heißen Sommer geben, wenn Bahnchef Hartmut Mehdorn nicht mit uns verhandelt", kündigte der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen am Donnerstag in Berlin an. Zwar dürfe er aus rechtlichen Gründen die Bahn-Beschäftigten nicht zu Streiks auffordern. Wenn die Belegschaften aber "in spontanen Aktionen ihre Wut zum Ausdruck bringen, werden wir den Protest in geordnete Bahnen lenken", sagte Hansen. Er erwarte ein Signal vom Bahnvorstand. Vor der Konzernzentrale der Bahn protestierten rund 10 000 Beschäftigte gegen den "überzogenen Personalabbau".

Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, acht ihrer 18 Ausbesserungs- und Instandhaltungswerke in diesem oder im nächsten Jahr zu schließen und rund 6000 der 35 000 Arbeitsplätze abzubauen. Die Werke seien unwirtschaftlich und wegen der Anschaffung neuer Züge und Waggons überflüssig, hieß es. Ein Großteil der Werke liegt in den neuen Bundesländern.

Transnet-Chef Hansen bezweifelte den Sinn der Werkschließungen. Auch neue Züge seien oft fehleranfällig und müssten gewartet werden. Außerdem könnten die Instandhaltungswerke Aufträge von anderen Unternehmen ausführen. Zwar müsse weiter rationalisiert werden, die Entlassungspläne gingen aber zu weit. Die Bahn dürfe sich nicht aus der Fläche zurückziehen, befand Hansen. Wenn mehr Verkehr auf der Schiene stattfinden solle, müsse es die dafür nötigen Arbeiter geben, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. "Der Eigentümer, also der Bund, muss dafür sorgen, dass sich Mehdorn mit seinen Wildwest-Methoden nicht durchsetzt", sagte Hansen.

Die Bahn versicherte in einer Mitteilung, für die betroffenen Beschäftigten würden Ersatz-Arbeitsplätze gesucht. Man verhandele "intensiv" mit Audi, Ford, BMW und der Lufthansa, welche die Bahn-Arbeiter übernehmen sollten. Auch mit Kommunen, Landesregierungen und regionalen Unternehmen führe die Bahn Gespräche, "um sinnvolle Alternativen für die betroffenen Werke zu erschließen".

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