Wirtschaft : Deutsche Bank expandiert in China Institut testet bei Huaxia das Privatkundengeschäft

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Peking Die Deutsche Bank sieht ihren Einstieg bei der chinesischen Huaxia Bank als ersten Schritt für eine weitere Expansion in Chinas stark wachsendem Bankensektor. Man wolle mit dem Engagement zunächst das Geschäft mit den Privatkunden in China testen, sagte ein Deutsche-Bank-Manager, der namentlich ungenannt bleiben wollte. „Entwickelt sich das Geschäft gut, muss Huaxia nicht der letzte Kauf in China gewesen sein.“

Die Deutsche Bank hat am Montag erwartungsgemäß bekannt gegeben, dass sie 9,9 Prozent an der kleinsten der fünf börsennotierten Banken übernehmen wird. Gemeinsam mit der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim werden beide deutschen Institute knapp 14 Prozent an der chinesischen Huaxia kaufen. Die 578,2 Millionen Aktien werden von 18 Huaxia- Aktionären abgegeben, teilte die Deutsche Bank in Peking mit. Der Kaufpreis beträgt 329 Millionen Dollar (272 Millionen Euro). Bislang ist die Deutsche Bank vor allem im Investmentbanking und im Firmenkundengeschäft in China tätig. Mit dem ersten Direktinvestment bei einer chinesischen Bank schafft das Institut nun doch den schon länger versuchten Einstieg ins chinesische Privatkundengeschäft. Bei mehreren Banken war die Deutsche Bank bislang als Interessent genannt worden, aber nicht zum Zuge gekommen.

Die Deutschen gelten darum als Späteinsteiger in China. Denn die Konkurrenz hat sich bereits stark positioniert. Citibank und die Bank of America sowie die britische HSBC haben sich mit Milliarden in China eingekauft. Insgesamt wurden bislang mehr als 8,2 Milliarden Dollar für den Eintritt ins Reich der Mitte bezahlt. Allein die Bank of America hat für neun Prozent an der China Construction Bank – einer der vier großen Staatsbanken – drei Milliarden Dollar bezahlt. „Mit einer kleinen Bank das Experiment zu versuchen, ist keine schlechte Idee“, meint Fondsmanager Sam Ho von KDB Asia zur Strategie der Deutschen Bank. and (HB)

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