Wirtschaft : Deutsche Bank sortiert ihre Kunden: Beratung kostet ab 2001 Gebühren

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Die Deutsche Bank wird ihren vermögenderen Kunden im Private Banking die Beratung im Wertpapiergeschäft künftig in Rechnung stellen, dafür aber die Transaktionskosten deutlich senken. Hintergrund ist der verschärfte Wettbewerb im Bankgeschäft vor allem durch Discount-Broker und Direktbanken, aber auch der Wunsch der Kunden nach mehr Transparenz, wie Bernd von Maltzan, der zuständige Bereichsvorstand am Dienstag in Frankfurt sagte. Die Beratung sei die Kernleistung der Bank und deshalb werde sie künftig im Mittelpunkt der Preispolitik stehen. Das neue Modell soll ab Anfang 2001 für die weltweit über 480 000 Privatkunden gelten, davon rund 360 000 in Deutschland.

Die Kunden zahlen künftig einen höheren Basispreis, der die Beratung und die Depotführung durch die Bank abdeckt. Er ist gestaffelt und liegt zwischen 0,6 und 0,2 Prozent des Depotwerts. Als Mindestpreis sind 300 Euro fällig. Auch die Preise für Kauf- und Verkauf von Wertpapieren sind gestaffelt. Für einen Kunden mit einem Depotvolumen von 500 000 Euro und 15 Transaktionen im Wert von 10 000 Euro pro Jahr ändert sich kaum etwas: Er zahlt künftig 1930 statt bisher 1950 Euro. "Es geht uns mit diesem Modell nicht darum, zusätzliche Erträge zu erwirtschaften", betont von Maltzan.

Er bekräftigt, die Bank wolle mit dem neuen Preismodell die Kunden nicht selektieren. "Der Kunde entscheidet, was er will. Ist er bereit, das von uns Geforderte zu zahlen, ist er herzlich willkommen." Nach Vermögensgröße werde die Bank nicht auswählen. Allerdings sorgt das Preismodell dafür, dass Kunden mit geringerem Depotvolumen relativ mehr zahlen als vermögendere Anleger. Über den Preis steuert die Bank zumindest indirekt die Auswahl der Kunden. Der Berater könne sich laut von Maltzan künftig stärker auf die Beratung konzentrieren, weil die Häufigkeit von Wertpapiergeschäften und damit die Transaktionsgebühren nicht mehr im Vordergrund stehen.

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