Wirtschaft : Deutsche Börse erwartet für 2001 ein Rekordergebnis

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Die Deutsche Börse AG hat - trotz Börsenflaute - im dritten Quartal 2001 mehr verdient. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 64,8 Millionen Euro (rund 125 Millionen Mark). Das sagte Mathias Hlubek, Finanzvorstand der Deutschen Börse, am Freitag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Der Ergebnisanstieg blieb aber hinter dem Umsatzwachstum zurück. Hier profitiert die Börse vor allem von dem gestiegenen Interesse an Indexderivaten über die Terminbörse Eurex. Insgesamt stieg der Quartalsumsatz der Deutschen Börse gegenüber dem Vorjahr um rund 18 Prozent auf 185,5 Millionen Euro.

Die Dynamik im laufenden Jahr hat sich damit stark abgeschwächt. Für die ersten neun Monate weist die Deutsche Börse noch ein Umsatzplus von 19 Prozent auf 560,1 Millionen Euro und eine Zunahme des Ebit um 24 Prozent auf 225,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr aus. Und das vierte Quartal ist traditionell schwach. Trotzdem hält der Vorstand der Deutschen Börse an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest, bekräftigte Hlubek. Das Ebit soll um zehn bis 15 Prozent wachsen und der Umsatz zwischen 20 und 25 Prozent.

Zu der bereits seit Monaten anhaltenden Zurückhaltung der Investoren an den Aktienmärkten kamen im dritten Quartal die Folgen der Anschläge vom 11. September. Dabei wurden auch die Leitungen von 32 Teilnehmern der Deutschen Börse zeitweilig unterbrochen. Die Handelseinschränkungen und die anhaltende Verunsicherung wegen möglicher neuer Terrorakte ließen den Umsatz im elektronischen Handel Xetra von 65,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 58,2 Millionen Euro fallen. Der Marktanteil von Xetra am Aktienhandel in Deutschland wächst stetig und liegt zurzeit bei rund 89 Prozent, vor zwölf Monaten waren es noch 73,3 Prozent.Das Ebit dieses Unternehmensbereichs blieb trotzdem mit 6,3 Millionen Euro auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Im Jahr 2000 war das Ebit allerdings auch schon belastet - durch Kosten für eine Umstellung der Abrechnungsmethode.

Die Zurückhaltung am Kassamarkt wurde jedoch mehr als wett gemacht durch den verstärkten Handel an dem größten Terminmarkt der Welt, der Eurex. Diese verbuchte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzsprung von 37,5 Millionen Euro auf 68,5 Millionen Euro. Auch das Ebit stieg deutlich auf 27,8 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr war noch ein Verlust von 4,6 Millionen Euro angefallen. Besonders gefragt waren Indexderivate, mit denen 131 Prozent mehr umgesetzt wurde.

Einen immer größeren Beitrag zum Gewinn der Deutschen Börse liefern neben dem klassischen Börsenhandel das Geschäft mit Informationen und Systemen. Der Bereich Informationsprodukte, über den auch Börsendaten vertrieben werden, trug zum Neun-Monats-Ebit 11,4 Millionen Euro bei. Der Bereich Systeme, über den unter anderem die Xetra-Handelsplattform vermarktet wird, wies für denselben Zeitraum sogar ein Ebit von 77,2 Millionen Euro aus - fast ein Drittel des Gesamtergebnisses und ein Plus von sechs Prozent. Der Ertrag aus den Beteiligungen an den Clearing-Einrichtungen Clearsteam International und Cedel International verringerte sich allerdings um rund 13 Prozent auf 42,2 Millionen Euro.

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