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Deutsche Post : Briefporto kostet künftig 70 Cent statt 62

Am 1. Januar steigt das Porto, nicht nur für den Standardbrief. Doch dann bleiben die Preise drei Jahre stabil, verspricht die Bundesnetzagentur.

Heike Jahberg
Ab dem kommenden Jahr müssen sich Verbraucher in Deutschland erneut an höhere Briefpreise und neue Briefmarken gewöhnen.
Ab dem kommenden Jahr müssen sich Verbraucher in Deutschland erneut an höhere Briefpreise und neue Briefmarken gewöhnen.Foto: dpa

Drei Mal hat die Deutsche Post in den vergangenen Jahren die Preise angehoben. Zunächst von 55 auf 58 Cent, dann auf 60, und seit Anfang dieses Jahres müssen deutsche Postkunden 62 Cent-Marken auf ihre Standardbriefe kleben. Nun steht die nächste Erhöhung, die vierte in Folge, an – und dieses Mal wird nicht gekleckert, sondern geklotzt.
Gleich um acht Cent erhöht die Post zum 1. Januar 2016 das Porto für den Standardbrief (20 Gramm) auf dann 70 Cent, eine Preissteigerung um 13 Prozent. Verglichen mit 2013, dem Jahr, in dem zum ersten Mal seit zehn Jahren die Preise erhöht worden waren, liegt der Preisaufschlag sogar bei 27 Prozent. „Die Preiserhöhung ist deutlich“, muss auch Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, einräumen. Seine Behörde hatte am Freitag die neuen Tarife genehmigt. Zumindest einen Trost hat der Postaufseher aber für die Kunden: „Die Entgelte bleiben in den nächsten drei Jahren stabil“ , versichert er. „Wir haben der Deutschen Post untersagt, vor Ende 2018 neue Preisanträge zu stellen.“ Als Marktführerin im Briefgeschäft muss sich das einstige Staatsunternehmen Preisschritte von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Kompliziertes Verfahren

Das Verfahren ist kompliziert. In einem ersten Schritt legt die Bundesnetzagentur den Spielraum fest, in dem sich die Gesamterhöhungen im Briefbereich bewegen dürfen. Maßstäbe sind die Kosten der Post für den Briefdienst und die Inflation. Der Konzern profitiert jedoch seit diesem Jahr von einer neuen Entgeltregulierungsvereinbarung der Bundesregierung, die ihm eine höhere Umsatzrendite einräumt. Damit sollen zum einen Investitionen in die Digitalisierung ermöglicht werden, zum anderen sollen Einnahmeausfälle ausgeglichen werden, die dadurch entstehen, dass immer weniger Menschen Briefe schreiben sondern lieber simsen, chatten oder mailen. Aus all dem hatte die Bundesnetzagentur der Post einen Preiserhöhungsrahmen von 7,5 Prozent zugebilligt. Wie sie diesen genau nutzt, legt die Post selbst fest – und muss ihre Pläne dann wieder von der Behörde genehmigen lassen. Seit Freitag ist daher amtlich: Nicht nur der Standardbrief wird teurer, sondern auch der Maxibrief, der bis zu einem Kilogramm wiegen darf. Dessen Porto steigt von 2,40 auf 2,60 Euro. Mehr zahlen muss man künftig auch für Einschreiben und für Briefe, die ins Ausland gehen. Dagegen kostet der Versand einer Postkarte im Inland auch weiterhin 45 Cent. Auch das Porto für Kompaktbriefe bis 50 Gramm (85 Cent) und Großbriefe bis 500 Gramm (1,45 Euro) erhöht sich nicht.

Acht-Cent-Marken zum Ausgleich

Wer noch jede Menge 62-Cent-Marken zuhause hat, muss nun aber nicht in Panik verfallen. Die Post verkauft in ihren Filialen und online Acht-Cent-Marken, die man als Ergänzung auf den Brief kleben kann. Zudem kann man in den bundesweit 2700 Briefmarkenautomaten einzelne Marken zu jedem gewünschten Portowert ausdrucken.

Konkurrenten sind empört

Bei den Postkonkurrenten kommt die Preiserhöhung nicht gut an. Florian Gerster, Chef des Bundesverbands Paket und Expresslogistik, spricht von einem „Anschlag auf den Wettbewerb“ und von „Ausbeutung eines Monopols zu Lasten der Briefkunden“. Die Pin AG prüft, ob sie ihrerseits die Preise heraufsetzt. „Wir schauen uns das sehr genau an“, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. Derzeit kostet bei dem privaten Briefdienstleister der Standardbrief 58 Cent.

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