Wirtschaft : Deutsche Post: Mit Rekordergebnis in Richtung Börsengang

Die Deutsche Post hat kurz vor ihrem im November geplanten Börsengang Rekordzahlen für das erste Halbjahr 2000 vorgelegt. Sowohl das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebita) als auch der Überschuss seien in den ersten sechs Monaten um je rund 140 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise 1,14 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Freitag mit. Damit sei in den ersten sechs Monaten 2000 bereits der gesamte Überschuss des Vorjahres übertroffen worden. Der Umsatz habe - vor allem begünstigt durch Firmenübernahmen - um 58 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro zugelegt. Auch für das Gesamtjahr 2000 geht die Post von deutlich höheren Zahlen aus. Der frühere Staatskonzern gab zugleich den Zeitplan für den Börsengang bekannt.

Konzernchef Klaus Zumwinkel zeigte sich über den Geschäftsverlauf seiner Firma sehr zufrieden. Die Post sei mit dem "erfolgreichsten Geschäftsabschluss in der Geschichte" des Unternehmens in das Jahr des Börsengangs gestartet. Dazu beigetragen hätten auch die Globalisierungs-Strategie und die Positionierung des Unternehmens als weltweit tätiger Logistik-Konzern. Knapp ein Drittel des Umsatzes im ersten Halbjahr 2000 - und damit rund doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum - sei im Ausland erzielt worden, fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu. Mit Briefen seien 5,8 Milliarden Euro erlöst worden. 2,9 Milliarden Euro des Umsatzes seien auf die Paket- und Expressdienste entfallen, 3,8 Milliarden Euro habe der Logistik-Bereich umgesetzt und vier Milliarden Euro hätten die Finanzdienstleistungen beigetragen. Zumwinkel geht nach eigenen Worten für das gesamte Jahr 2000 von deutlichen Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis im Vergleich zu 1999 aus.

Die Post gab zugleich den Terminplan für ihren Börsengang im November bekannt. Danach soll das Bookbuilding vom 30. Oktober bis zum 17. November andauern. Die Zeichnungsfrist für Privatanleger endet einen Tag früher, am 16. November. Preisfestlegung und Zuteilung sollen am 18./19. November stattfinden. Mehr als 650 000 potenzielle Aktionäre hätten sich bereits als Interessenten registrieren lassen, teilte Zumwinkel mit.

Entgegen früheren Planungen wird die Deutsche Postbank AG in absehbarer Zeit nicht an die Börse gehen. Für einen Börsengang gebe es auch mittelfristig definitiv keine Planungen. Die Postbank gehört inzwischen als Tochter zum Post-Konzern. Postbank-Vorstandschef Wulf von Schimmelmann erläuterte, das Unternehmen müsse zunächst noch viele "Hausaufgaben" erledigen.

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