Wirtschaft : Deutsche Telekom: Gegen Internet-Pauschaltarif für Wettbewerber

Die Deutsche Telekom hat erneut Forderungen von konkurrierenden Online-Anbietern nach einem Pauschaltarif für die Internet-Nutzung abgelehnt. Telekom-Vorstand Gerd Tenzer sagte am Dienstag in Berlin, mit einer solchen "Großhandels-Flatrate" würde die Entwicklung im deutschen Internetmarkt in die falsche Richtung gelenkt. Die Zukunft liege nicht in Internet-Pauschaltarifen für ISDN-Anschlüsse mit geringer Übertragungsgeschwindigkeit. Gefragt sei vielmehr die XDSL-Technik, die einen Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet von jedem herkömmlichen analogen Telefonanschluss ermögliche. Bereits jetzt seien 300 000 DSL-Anschlüsse vermarktet, sagte Tenzer.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) will am Donnerstag über die Preise für ISDN-Internet-Pauschaltarife mit geringer Übertragungsgeschwindigkeit entscheiden. Mit ihrer Entscheidung wird die Regulierungsbehörde unter anderem darüber befinden, ob der derzeit von der Telekom angebotene Internet-Pauschaltarif für ISDN-Anschlüsse von 79 Mark unter dem Gesichtspunkt des Wettbewerbs zulässig ist.

Das von der Behörde eingeleitete Verfahren geht vor allem auf die Kritik von einigen Wettbewerbern der Telekom zurück, wonach die Telekom die eigene Internet-Tochter T-Online durch billige Tarife subventioniere beziehungsweise den Wettbewerbern einen Internet-Pauschaltarif vorenthalte. Die Telekom soll nach Vorstellung von Wettbewerbern als Marktführer zur Bereitstellung von pauschal und nicht länger zeitabhängig in Rechnung gestellten Leitungskapazitäten für den Zugang zum Internet gezwungen werden. Derzeit sind Internet-Pauschaltarife nicht immer kostendeckend, da Nutzer teilweise so lange im Internet surfen, dass der von den Wettbewerbern an die Telekom zu zahlende Verbindungsminutenpreis die Einnahmen aus dem angebotenen Pauschaltarif nicht mehr deckt.

Telekom-Vorstand Tenzer wandte sich gegen die Kritik der Wettbewerber. Jedem Anbieter von Internet-Dienstleistungen stünde es frei, auf das von der Telekom gemachte Angebot für Online-Dienste-Anbieter zurückzugreifen. Das wirtschaftliche Risiko trage jeder Provider selbst.

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