Wirtschaft : Deutsche Telekom: Mobilfunk-Strategie der kleinen Schritte (Kommentar)

Corinna Visser

Die Deutsche Telekom setzt ihre Strategie der kleinen Schritte fort. Während die Branche über einen möglichen Einstieg der Telekom bei Sprint, Global Crossing oder Qwest spekulierte, zauberte Ron Sommer das bis dato hier zu Lande unbekannte Mobilfunkunternehmen Voicestream als Übernahmekandidaten aus dem Hut. Damit hat er keine schlechte Wahl getroffen. Voicestream arbeitet mit dem gleichen technischen Mobilfunkstandard GSM, wie auch die europäischen Mobilfunkbetreiber. Das erleichtert die Eingliederung des Unternehmens in den deutschen Konzern und lässt auch auf größere Synergiepotenziale hoffen. Die Telekom kann ein GSM-Netz von den USA nach Europa spannen, etwas was dem weltgrößten Mobilfunkunternehmen Vodafone nicht gelingt. Vodafone muss in den USA mit anderer Technik arbeiten als in Europa. Konsequent setzt die Telekom jetzt diese Strategie fort und kauft einen weiteren GSM-Betreiber hinzu. Mit Powertel schließt sie eine Lücke im Netz von Voicestream. Der Preis von 8000 Dollar pro Powertel-Kunde erscheint relativ günstig im Vergleich zu 20 000 Dollar pro Kunde, den die Telekom für Voicestream zahlen will. Allerdings muss man bei Powertel auch noch viel mehr Optimismus mitbringen. Denn das Unternehmen aus West Point Georgia hat gerade einmal 720 000 Kunden. Doch wenn der Telekom der Einstieg in den amerikanischen Mobilfunkmarkt gegen den Widerstand von 30 US-Senatoren gelingt, dann ist ihr eine potenzielle Kundschaft schon so gut wie sicher: Europäische Geschäftsleute und Touristen. Sie können dann nämlich ihr eigenes Handy auch in den USA nutzen - quer über den ganzen Konrinent.

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