Wirtschaft : "Deutscher Kohl darf nicht teurer werden"

Frau Bujny[das Gemüse war im Januar um bis z]

Frau Bujny, das Gemüse war im Januar um bis zu 120 Prozent teurer als im vergangenen Jahr, angeblich wegen des Frosts. Aber wächst das Gemüse nicht in Gewächshäusern?

Das stimmt. Allerdings müssen die Glashäuser bei kaltem Wetter besser geheizt werden, und das kostet. Und das Gemüse, das wir im Winter aus Italien oder Frankreich importieren, wie zum Beispiel Salat, ist besonders preissensibel, denn es steht nicht in Gewächshäusern. Wenn es dort auch mal friert, wie jetzt im Januar, wird das Angebot knapp und die Preise steigen.

Und was ist mit dem saisonalen Gemüse aus deutschem Anbau?

Die Gemüsesorten, die hier bei uns auch im Winter wachsen, dürften nicht teurer werden. Denn alle Kohlarten, Sellerie oder Schwarzwurzel werden schon im Herbst geerntet und dann gelagert - das Wetter spielt jetzt keine Rolle mehr.

Nutzen die Händler die Preisaufschläge bei Salat aus Italien denn aus, um den heimischen Kohl auch gleich teurer zu machen?

Das kommt vor. Zum Beispiel sind die Salatpreise in der dritten Januarwoche dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr über 100 Prozent teurer gewesen. Was ja unter den klimatischen Bedingungen normal ist. Warum der Weißkohlpreis in derselben Vergleichsperiode allerdings um 28 Prozent gestiegen ist, kann ich mir nicht erklären.

Wird das Gemüse denn hier sofort teurer, wenn es im Süden friert?

Wenn es heute in Italien minus zwei Grad sind, heißt das nicht, das der Salat hier morgen 20 Cent mehr kostet. Das dauert schon ein paar Tage. Allerdings dauert es dann auch ein paar Wochen, bis es nach dem Frost neuen Nachschub gibt und die Preise wieder sinken, denn die Pflanzen müssen ja neu aufgezogen werden.

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