Wirtschaft : Deutschland hängt an Russland

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Wenn es um Öl oder Gas geht, dann steht für Deutschland immer ein Land ganz oben auf der Lieferantenliste: Russland. „Russland ist für die Ölversorgung sehr wichtig“, sagt Barbara Meyer Bukow, Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV). Das Land steht zurzeit für fast ein Drittel der deutschen Öleinfuhren. Und „der Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen“, sagt Meyer Bukow. Dieser Trend halte an. Durch die Ereignisse rund um den russischen Ölkonzern Jukos sei man kaum beunruhigt. „Das ist mehr ein innerrussisches Problem“, schätzt die MWV- Sprecherin.

Ähnlich sieht es bei Erdgas aus. Auch hier liefert Russland etwas mehr als 30 Prozent des deutschen Bedarfs. Und die Versorgung aus Russland ist aus Sicht des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) durch die Jukos-Wirren nicht beeinträchtigt. „Die Erdgaslieferungen aus der Sowjetunion und dann aus Russland waren immer extrem sicher“, heißt es beim BGW. Seit 30 Jahren habe es keine politisch motivierte Unterbrechung gegeben – „selbst zu den Hoch-Zeiten des kalten Krieges nicht“.

Dabei hat Russland in den vergangenen Jahren auch viel dafür getan, als Energieexporteur immer wichtiger zu werden. Immerhin liegen laut BP-Energiereport rund sechs Prozent der Welterdölreserven und 30 Prozent der Welterdgasvorräte auf russischem Gebiet. Beim Erdöl hat Russland mittlerweile mit dem bisher größten Förderland – Saudi-Arabien – sogar gleichgezogen. Und die Produktion soll noch weiter ausgebaut werden. hop

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