Wirtschaft : Die Bank muss weg

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Von Dieter Fockenbrock

Es könnte so einfach sein: Die Bankgesellschaft wird – inklusive staatlicher Risiko-Abschirmung – an einen privaten Investor verkauft. Die befürchteten Immobilienrisiken von mehr als 20 Milliarden Euro treten nicht ein, zumindest in deutlich geringerem Umfang, und in wenigen Jahren ist der Spuk vorbei. Berlin hat wieder eine kräftige Regionalbank, das wirtschaftliche und politische Desaster ist Vergangenheit

Die Realität ist anders: Was passiert, wenn Wilbur Ross oder Christopher Flowers die Bankgesellschaft kauft? Ganz einfach. Die Herren sanieren das Institut, und zwar so schnell wie möglich und ohne Rücksicht auf (politische) Verluste. Schließlich wollen sie Rendite sehen. Was von den 16 000 Arbeitsplätzen bleibt, steht in den Sternen. Was von der amtierenden Landesregierung unter Führung von SPD-Mann Klaus Wowereit bleibt, ebenso. Denn in drei Jahren wird gewählt. Für Politiker hat diese Lösung wenig Reiz.

Eher schon die Sparkassen-Variante: Dass Deutschlands Hauptstadt eine Sparkassen-freie Zone wird, ist für den Präsidenten des Spitzenverbandes, Dietrich Hoppenstedt unvorstellbar. So betreibt er mit Elan den Einstieg in die Bankgesellschaft. Politisch gesehen, gäbe Hoppenstedt einen schönen weißen Ritter ab: Die (öffentlich-rechtliche) Sparkasse Berlin bliebe erhalten und über die Schärfe des Sanierungskurses ließe sich bestimmt reden. Doch der vermeintliche Idealkandidat kommt nicht zu Potte. Mehr als ein unverbindliches Angebot ist trotz monatelanger Verhandlungen nicht drin.

Das reicht, um aus dem Bieterverfahren hinauszufliegen. Gut so. Denn weiteres Verhandeln, Taktieren und Verzögern kann sich der Senat nicht mehr erlauben.

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