Wirtschaft : Die Börse feiert schon das Ende von Rot-Grün Dax über 4400 Punkten Solar-Aktien verlieren

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Berlin Die Aussicht auf Neuwahlen hat die Stimmung am deutschen Aktienmarkt am Montag beflügelt. Bis zum späten Nachmittag legte der Dax um 0,9 Prozent auf 4400,79 Punkte zu. Einige Aktienstrategen sagen auch für die kommenden Monate steigende Kurse voraus. Dabei gehen die Experten davon aus, dass es zu einem Regierungswechsel kommt.

Tammo Greetfeld von der Hypo-Vereinsbank rechnet in den nächsten sechs bis zwölf Monaten damit, dass der Dax bis auf 4800 Punkte steigen könnte. Bislang ging er von einem Potenzial bis auf 4575 Punkte aus. „Ein Jahr Lähmung bleibt uns so erspart“, sagte Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland- Pfalz (LRP). Robert Halver von Vontobel Asset Management ist skeptischer: „Die Börse will nicht nur Visionen, sie will Taten sehen“, sagte er dem Tagesspiegel. Eine „Farbengleichheit von Bundestag und Bundesrat“ sei wünschenswert. Allerdings sei damit noch nicht gewährleistet, dass die Reformen auch fortgesetzt würden. „Es wäre sinnvoll über eine große Koalition nachzudenken“, sagte Halver.

Am Montag profitierten vor allem die Papiere der großen Energiekonzerne von der Aussicht auf einen politischen Wechsel. So legten Eon-Aktien um 3,6 Prozent und RWE-Anteile um 3,3 Prozent zu. Besonders die Chance für längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke nach einem möglichen Wahlsieg von Union und FDP verschaffte den Energiewerten Aufschub. Deutlich negativ entwickelten sich hingegen die Papiere von Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien. So kam etwa der Berliner Solaranlagenbauer Solon auf ein Kursminus von 14 Prozent.

„Eine neue Regierung wird sich den regenerativen Energien mit Sicherheit nicht so verpflichtet fühlen wie Rot-Grün“, sagte Christian Schindler, Analyst bei der LRP, dem Tagesspiegel. Zum einen sei unter Schwarz-Gelb mit einer Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zu rechnen. Zum anderen sei unsicher, wie sich die Fördersätze für erneuerbare Energien entwickeln werden. „Das zeigt, wie stark die Branche noch von der Politik abhängig ist“, erklärte Schindler. „Sie steht wirtschaftlich noch nicht auf eigenen Füßen.“ Wegen ihrer geringen Exportquote gelte dies vor allem für Solarunternehmen. Neben Solon verloren auch die Aktien von Solarworld (minus zehn Prozent) und Sunways (minus 17 Prozent).

Etwas anders sieht es in der Windbranche aus. Die Aktien zeigten sich kaum verändert. Papiere des Anlagenbauers Repower konnten teilweise sogar zulegen. „Der Exportanteil der Hersteller liegt bei mehr als 50 Prozent“, sagte Ralf Bischof, Vorstandssprecher des Bundesverbands Windenergie. Schließlich sei die Windkraft bereits nah an der Wirtschaftlichkeit und die Branche daher nicht mehr so abhängig von der Politik. „Wir können auch mit einer CDU-Regierung leben.“ awm/mot/HB

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