Wirtschaft : Die Deutsche Bank ist an dem Konsortium beteiligt

Die zusammengebrochene japanische Long-Term Credit Bank (LTCB) wird von einem Konsortium unter Führung der US-Investmentgruppe Ripplewood aufgekauft. Die von der japanischen Regierung eingesetzte Kommission zum Wiederaufbau des Finanzsektors teilte am Dienstag in Tokio mit, Ripplewood und seine Partnerinstitute wollten eine Milliarde Yen (17,6 Millionen Mark) als Kaufpreis entrichten und weitere 120 Milliarden Yen (2,1 Milliarden Mark) an frischem Kapital für die LTCB bereitstellen. Die Gruppe wolle die japanische Regierung dazu bewegen, der LTCB durch den Erwerb von Vorzugsaktien weitere 240 Milliarden Yen zukommen zu lassen. Der Kauf soll im kommenden Jahr vollzogen sein. Wichtigste Konsortialpartner von Ripplewood sind nach Angaben der Tokioter Kommission die Deutsche Bank, General Electric Capital, die Mellon Bank, Paine Webber, die ABN-Amro Bank und die Citigroup-Tochter Travelers Insurance. Japanischen Banken soll angeboten werden, sich der Gruppe anzuschließen. Um die LTCB-Übernahme hatten sich auch die beiden heimischen Institute Chuo Trust and Banking und Mitsui Trust and Banking beworben, die nächstes Jahr fusionieren wollen. Die Deutsche Bank wollte zunächst keine Einzelheiten ihrer Beteiligung nennen, da die Nachricht erst verifiziert werden müsse.

Die Long-Term Credit Bank war im vergangenen Jahr unter einem Schuldenberg von umgerechnet fast 50 Milliarden Mark zusammengebrochen und im Oktober zu Sanierungszwecken verstaatlicht worden. Neuer Chef wird der frühere Vorstandsvorsitzende der Citibank Japan, Masamoto Yashiro. Der Verkauf der Bank - der erste Verkauf eines japanischen Geldinstituts an ausländische Investoren - galt als Nagelprobe für die Entschlossenheit der Regierung, die Sanierung des maroden Finanzsektors voranzutreiben. Die Transaktion hatte sich mehrmals verzögert.

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