Wirtschaft : Die Deutsche Telekom und die amerikanische Gesellschaft Sprint trennen sich vom Verlustbringer

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Die France Télécom will die von ihr am Mittwoch vollständig übernommene Telefongesellschaft Global One bis zum Jahr 2002 in die Gewinnzone führen. Das sagte France-Télécom-Chef Michel Bon am Donnerstag in Paris. Der Konzern hatte die ihm noch nicht gehörenden 71 Prozent der seit Jahren Verluste erwirtschaftenden Global One von der Deutschen Telekom und der US-Gesellschaft Sprint für 10,5 Milliarden Mark übernommen.

Am Mittwoch hatte zunächst die amerikanische Ferngesprächsgesellschaft Sprint ihren Ausstieg aus der Allianz erklärt. Am Abend gab die Deutsche Telekom ebenfalls ihren Rückzug aus Global One bekannt. Die Telekom teilte mit, dass France Télécom 2,76 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Mark) für den 29,2 Prozent Anteil der Deutschen Telekom zahle. Dazu erstatte France Télécom noch 188,5 Millionen Dollar für Anteilseigner-Darlehen der Telekom. Telekom-Chef Ron Sommer sagte, mit den Erlösen aus dem Anteilsverkauf werde die Internationalisierungsstrategie seines Unternehmens fortgesetzt.

Der Verkauf des Global-One-Anteils sei auf jeden Fall eine gute Entscheidung gewesen, sagte Telekom-Analyst Stefan Gäde von der Hamburgischen Landesbank. "Keiner der Partner war mit der Allianz glücklich." Das Gemeinschaftsunternehmen habe zu wenig Kunden und keine klare Strategie gehabt. Die Partner seien halbherzig bei der Sache und zerstritten gewesen. Da die Kasse der Telekom nun gut gefüllt sei, müsse noch in diesem Jahr eine Akquisition kommen. "Sonst wird der Kurs absacken", sagte Gäde. Als möglichen Partner in den USA nannte Gäde SBC Communications. SBC ist Marktführer in den USA bei den Teilnehmeranschlüssen. Ein anderer denkbarer Partner wie etwa Cable & Wireless baue zwar ein Netz in den USA und Europa, habe aber nicht den entscheidenden direkten Zugang zum Kunden. Allerdings ist SBC mit einem Börsenwert von zur Zeit 136 Milliarden Dollar ein "großer Brocken".

France Télécom zahlt für Global One - inklusive der Kosten des eigenen Anteils - 5,386 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Mark). Télécom-Chef Bon sagte, der Umsatz bei Global One solle im Jahr 2002 bei etwa zwei Milliarden Dollar liegen, nach 1,1 Milliarden Dollar im Jahr 1999. Sprint hielt 42 Prozent an der Allianz, die europäischen Konzerne jeweils 29 Prozent. Seit der Gründung hat Global One ausschließlich Verluste erwirtschaftet. Allein 1999 sollen es 723 Millionen Dollar gewesen sein.

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