Die Effizienten : KRAFT–WÄRME–KOPPLUNG

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Irgendetwas ist da schiefgelaufen. „Die Bedingungen für die umweltfreundliche Kraft- Wärme-Kopplung wollen wir so gestalten, dass der KWK-Anteil auf 25 Prozent bis 2015 ausgebaut wird.“ So steht es in der Koalitionsvereinbarung, und das ist ambitioniert, da es fast auf eine Verdopplung des aktuellen Anteils der KWK-Anlagen an der Stromerzeugung hinausliefe. Die Technologie wird seit vielen Jahren gefördert, weil sie wegen der Nutzung der Wärme bei der Stromerzeugung besonders effizient ist. Dazu gibt es sogar seit 2002 ein KWK-Gesetz, in dem die Fördermodalitäten und die Verteilung der Kosten auf die Verbraucher geregelt sind. Und nun das: Nach den Plänen der neuen Regierung sollen künftig „bei einer Eigenstromerzeugung in Neuanlagen 90 Prozent der Umlage gezahlt werden; dieser Betrag reduziert sich bei neuen erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen sowie neuen Kuppelgasnutzungen auf 70 Prozent“. Mit der Umlage ist die EEG-Umlage gemeint, die in diesem Jahr 6,24 Cent je Kilowattstunde beträgt. 70 Prozent davon sind rund 4,4 Cent. Berthold Müller-Urlaub, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung, ist fassungslos angesichts des sonderbaren Fördermittelkreislaufs: Nach dem KWK-Gesetz erhalten KWK-Anlagen im Schnitt eine Zuschlag von 2,4 Cent/Kilowattstunden, nach der EEG-Reform wäre künftig ein Abschlag von 4,4 Cent zu zahlen. Das wäre verrückt – und widerspräche dem Koalitionsvertrag.

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