Wirtschaft : DIE FAMILIE

Andrea Kron (37), Krankenschwester,

Michael Kron (35), Croupier,

Daniel (5) und Julia (18 Monate) aus Glienicke/Nordbahn in Brandenburg

Die Aufgaben sind klar verteilt. „Die Finanzen sind mein Ressort“, sagt Michael Kron. Ein Ressort, das er fest im Griff zu haben scheint. Fein säuberlich hat er alle Verträge, Policen, Rechnungen zusammengetragen, ordentlich beschriftet und abgeheftet. Die Ordnung macht ihm sichtlich Spaß. „Ich bin immer auf dem Spartrip“, sagt er. Sogar ein Haushaltsbuch führt er für die Familie. „Für Lebensmittel und Drogerieartikel geben wir im Monat rund 780 Euro aus“, sagt Michael Kron nach einem Blick auf seine Aufzeichnungen.

„Eigentlich verdienen wir gut“, sagt Michael Kron. Seine Frau Andrea arbeitet als Krankenschwester im öffentlichen Dienst, er als Croupier in der Spielbank Potsdam. Zusammen kommen sie auf ein Monatseinkommen von rund 3500 Euro netto. Das hat sie aber nicht davor bewahrt, das Konto zu überziehen. Dafür gibt es viele gute Gründe: So musste der Umzug in das Reihenhaus in Glienicke/Nordbahn bezahlt werden. Auch die Renovierung ihres neues Zuhauses, das die Krons nicht etwa gekauft, sondern gemietet haben, und die neuen Möbel haben einiges gekostet. Und das zu einer Zeit, als Andrea Kron wegen ihrer kleinen Tochter Julia in Elternzeit war und die Familie daher ohnehin statt zwei Einkommen nur ein Gehalt hatte.

Ihr Haus in Brandenburg haben die Krons im vergangenen August bezogen. Vorher wohnten sie im Märkischen Viertel in Berlin. „Das war aber nichts für die Kinder“, sagt Andrea Kron. „Außerdem können wir Daniel hier in Brandenburg ein Jahr später einschulen“, sagt sie und streicht ihrem blonden Sohn durch die Haare.

Die Miete für das Haus ist nicht sonderlich hoch, sie liegt bei 860 Euro kalt. Das Haus einmal zu kaufen, sei nicht völlig ausgeschlossen, meinen die Krons, aber konkrete Pläne gebe es in dieser Hinsicht nicht.

Stattdessen stehen drängendere Fragen an. „Soll ich ein neues Auto kaufen, für das ich mir Geld leihen müsste, oder lieber das alte behalten, dann aber riskieren, mehr Geld in Reparaturen stecken zu müssen“, fragt Michael Kron. „Was kommt mich billiger? Kredite oder Reparaturen?“ Aufs Auto zu verzichten, um Geld zu sparen, kommt dagegen gar nicht infrage. Andrea Kron braucht ein Auto, um nach Berlin zur Arbeit zu kommen. Auch Michael Kron pendelt jeden Tag zur Arbeit – bis nach Potsdam. Von Nord nach Süd: 2500 Kilometer fährt er so im Monat zusammen. Das ist eine Menge. Seit jeher versucht der Pendler daher, spritsparend zu fahren – seitdem der Sprit so teuer geworden ist, gilt das umso mehr.

Das Sparpotenzial scheint überschaubar. Für die Altersvorsorge gibt es einen Riester-Vertrag, eine Lebensversicherung, zwei kleine Fonds. Telefon und Internet erledigen die Krons mit der Telekom. „Da haben wir eine Flatrate für 44,95 Euro“, sagt Michael Kron. „Vielleicht können wir hier sparen.“ Genauso wie bei der Kontoführung. Ein Konto haben die Krons schon abgeschafft, für das verbliebene bei der Berliner Sparkasse zahlen sie jedoch immer noch Gebühren. Und auch bei den Strom- und Heizkosten lässt sich vielleicht etwas machen. „Wir sind gespannt“, sagt Michael Kron. mho

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