Wirtschaft : Die Furcht vor Zinserhöhungen lähmt den Markt

Daniel Rhee-Piening

Schafft der Deutsche Aktienindex (Dax) die Hürde von 6000 Punkten? Dies ist die Frage, die die Börsianer derzeit stark bewegt. „Die Chancen stehen gut“, hieß es zum Wochenschluss auf dem Parkett.

Am Freitagabend kamen aber zwei Nachrichten aus den USA, die die Märkte verunsichern könnten. Sowohl der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago als auch das Verbrauchervertrauen der US-Bürger sind im März überraschend stark gestiegen. Gute Nachrichten aber könnten diesmal unerwünscht sein, schreibt das Kölner Privatbankhaus Sal. Oppenheim. Vieles hängt von den weiteren Zinserwartungen der Marktteilnehmer ab, und eine heiß laufende Wirtschaft in den USA könnte die Zinsängste der Anleger verstärken. Der Dow Jones gab zunächst einmal leicht nach.

Das Bankhaus Metzler sieht zwar im April noch keine Zinserhöhung in der Eurozone, rechnet aber mit einer solchen schon im Mai. Mit Blick auf Deutschland werde es interessant sein, ob die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe (Donnerstag) und die Industrieproduktion (Freitag) die gute Konjunkturstimmung realwirtschaftlich unterstützten, schreiben die Banker. Die US-Notenbank Fed werde die Arbeitslosenzahlen, die am Freitag veröffentlich werden, sehr genau im Auge behalten. Der Markt rechnet allerdings mit einem etwas schwächeren Zuwachs an neuen Stellen, was die Inflationsgefahr dämpfen dürfte. Die Analysten der DZ Bank sind noch einen Tick optimistischer und setzen ihre Prognose für den Dax herauf. Binnen sechs Monaten werde der Index 6200 Punkte und binnen zwölf Monaten sogar 6400 Punkte erreichen.

Das Stimmungsbarometer der Deutschen Börse signalisiert eine ganz andere Entwicklung. Es ist auf dem zweitniedrigsten Stand seit August gefallen. Nur 38 Prozent der befragten professionellen Börsianer gehören derzeit zu den Bullen, erwarten also steigende Kurse. 43 Prozent zählen sich zu den Bären und rechnen mit sinkenden Notierungen.

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