Wirtschaft : Die Geschichte von Bechstein

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Carl Bechstein macht sich in Berlin selbstständig – zeitgleich mit den Konkurrenten Steinway in New York und Blüthner in Leipzig. Bechstein, der eine Ausbildung als Musiker und Klavierbauer hinter sich hat, baut in der Berliner Behrenstraße die ersten Pianos. Schon 1862 wird Bechstein bei der Industrieausstellung in London prämiert, bald ist er königlichkaiserlicher Hoflieferant. Bis zum Ersten Weltkrieg steigt die Jahresproduktion auf 5000 Stück.

1929: Der Absturz

Die Weltwirtschaftskrise 1929 bedeutet nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht den Beginn einer dunklen Zeit. Helene Bechstein, Schwiegertochter des Gründers und Mitinhaberin, verehrt Hitler. Die Erbin soll sogar ihre Juwelen als Sicherheit für ein Darlehen gegeben haben, das Hitler von einem Kaufmann erhielt. Im Zweiten Weltkrieg werden die Fabriken stark zerstört, die Traditionsfirma wird geschlossen.

1945: Der Wiederaufbau

Der Wiederaufbau ist schwierig, da im Zuge der Entnazifizierung Geschäftsanteile einbehalten worden sind. Ende der 40er Jahre wird die Produktion in Berlin zaghaft wieder aufgenommen. Bechstein gründet Filialen in Westdeutschland, der US-Konzern „Baldwin Piano and Organ“ steigt ein.

1986: Die neue Ära

Fachleute aus dem Klavier- und Flügelbau, darunter der jetzige Vorstandschef Karl Schulze, kaufen die Firmenanteile von Baldwin zurück. 1992 übernimmt Bechstein von der Treuhand die traditionsreiche „Sächsische Pianofortefabrik“ in Seifhennersdorf – inklusive der Marke Zimmermann. Doch der Kauf war teuer: 1993 stellt Bechstein den Konkursantrag – und wird mit Hilfe des Berliner Senats gerettet.

1996: Die Gründung der AG

Die C.Bechstein Pianofortefabrik wird Aktiengesellschaft. Die neuen Eigentümer investieren 25 Millionen Mark in Sachsen, die Leitung bleibt in Berlin. Im Dezember 2002 übernimmt der koreanische Instrumentenbauer Samick die Mehrheit an Bechstein. pet

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