Wirtschaft : Die Kündigung von Smart-Chef Lars Brorsen sorgt für neue Unruhe bei der Daimler-Tochter

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Ausgerechnet zum Start der Internationalen Automobilausstellung (IAA) zieht bei der DaimlerChrysler-Tochter Smart wieder Unruhe ein. Unternehmenschef Lars Brorsen schmeißt das Handtuch und verlässt zum 1. Oktober die MCC Smart GmbH. Grund: Unterschiedliche Auffassungen über die künftige Strategie der Marke. Bis ein neuer Manager gefunden ist, wird Jürgen Hubbert, im DaimlerChrysler-Vorstand für die Marke Mercedes verantwortlich, das Unternehmen leiten. Hubbert war es denn auch, der sich auf der IAA anstelle von Brorsen zur jüngsten Entwicklung bei Smart äußerte. Hubbert dankte dem Smart- Chef, sein Name sei untrennbar mit dem Umschwung bei Smart verbunden. Ein neuer Unternehmenschef werde kurzfristig berufen.

Dass möglicherweise auch der Smart-Vertriebschef gehen muss wies Hubbert zurück. "Ich stehe absolut hinter der Führung des Unternehmens. Sie haben einen klasse Job gemacht". Nach Ansicht des Daimler-Managers hat sich der Smart durchgesetzt. "Wir haben in einem Jahr mehr getan als andere Automobilhersteller in einer Dekade." In der Zulassungsstatistik für Kleinwagen stünde der Smart in Deutschland im laufenden Jahr an dritter Stelle, in der Schweiz sei er die Nummer eins.

In den ersten acht Monaten wurden 50 000 Smarts verkauft. Das seien zwar weniger als geplant, aber, so Hubbert, "wir haben derzeit einen robusten Aufwärtstrend". Allein im ersten Halbjahr trudelten 30 000 Bestellungen ein. Was man bis Februar noch pro Monat verkauft habe, liefere man nun Woche für Woche aus. Hubbert räumte auch auf der IAA ein, dass der Start mit dem Kleinwagen schwieriger gewesen sei als geplant. Aber keine andere Marke verzeichne einen so rasanten Anstieg.

Weil sich der Smart durchgesetzt habe, werde das Segment jetzt mit zusätzlichen Varianten ausgebaut. Es gebe derzeit auch Gespräche über mögliche Kooperationen, betonte Hubbert. Auf der IAA präsentiert Smart als Neuheiten das City-Cabrio und den Smart cdi Diesel, das erste Dreiliter-Auto des DaimlerCheysler-Konzerns. Mit einem Einstiegspreis von unter 20 000 DM ist es nach Angaben von Hubbert zugleich das "mit Abstand preisgünstiges Auto" mit einem solche geringen Verbrauch.

DaimlerChrysler gab am Dienstag in Frankfurt (Main) bekannt das man eine breite Modelloffensive plane. Bis 2004 sollen 64 neue PKW- und Nutzfahrzeugmodelle auf den Markt kommen, hieß es. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen 88 Milliarden Mark investieren.

Mercedes gab bekannt, dass das Jahr 1999 mit einer Absatzsteigerung von 13 Prozent weltweit zum neuen Rekordjahr der Marke werde.

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