Wirtschaft : Die Kvaerner-Werft in Warnemünde

Die Kvaerner-Warnow-Werft gilt als eine der modernsten in Europa.Kvaerner hatte sie 1992 von der Treuhand übernommen.Seitdem sind 1,247 Mrd.DM an staatlichen Zuschüssen und rund 600 Mill.DM von Kvaerner in den Betrieb geflossen.Die Werft erhielt unter anderem eine hochmoderne Werfthalle, in der vor allem Container- und Spezialfahrzeuge gebaut werden.Bis 2001 sind die Kapazitäten auf 85 000 CGT (gewichtete Schiffbautonnen) begrenzt - das war eine Bedingung der EU für die Genehmigung der Fördermittel.Tatsächlich könnten die 1250 Werftarbeiter in Warnemünde aber erheblich mehr produzieren und haben es 1998 auch getan.Die Rede ist von rund 22 000 CGT, die über die EU-Auflagen hinaus gefertigt wurden.Dies hat zu einem EU-Beihilfeverfahren geführt, das im Extremfall zur Rückzahlung aller bisher gewährten Beihilfen von rund 1,2 Mrd.DM führen kann.

Zwar sind die Anlagen bis Anfang des Jahres 2001 ausgelastet.So liefert die Werft im Mai ein Schiff an eine deutsche Reederei ab.Danach folgen bis Ende 2000 drei Schiffe für die P & O Nedlloyd-Gruppe.Bis Anfang 2001 wird außerdem an einer Bohrplattform gearbeitet.Doch stehen eine Reihe von Faktoren auf der Negativseite, die Neuakquisitionen behindern oder mögliche Investoren bremsen.So sind die weltweiten Containerschiffsmärkte durch erhebliche Überkapazitäten belastet.Zudem haben die Dumpingangebote koreanischer Werften die Neubaupreise für Containerschiffe um 30 bis 40 Prozent fallen lassen.

Als erste der Schiffbaubetriebe der ehemaligen DDR war die Warnow-Werft nach der Übernahme durch den Kvaerner-Konzern 1992 für eine DM privatisiert worden.Während andere Werften in Mecklenburg-Vorpommern noch unter dem Bremer Vulkan-Desaster litten und ein zweites Mal privatisiert werden mußten, hatte die Warnow-Werft die Umbauten Anfang 1996 abgeschlossen.Seit 1997 schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen.

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