Wirtschaft : Die Lasten der Vergangenheit abgelegt

Deutsche Handelsbank hat Verluste der Anfangsjahre bereinigt / Engagements kosteten 130 Mill.DM

Berlin (-olm).Eine hohe Risikovorsorge von 44,3 Mill.DM und rückläufige Zinsüberschüsse haben sich in der Gewinn- und Verlustrechnung der Deutschen Handelsbank AG im Geschäftsjahr 1996 deutlich niedergeschlagen.Nach 104 Mill.DM im Vorjahr konnte für das zurückliegende Geschäftsjahr nur noch ein Ertrag (vor Steuern) von 36,1 Mill.DM ausgewiesen werden.Wie Vorstandschef Heinz Arno Wascheck am Dienstag während der Bilanzpressekonferenz betonte, sei entsprechend der hohen Risikoaufwendungen nun allerdings das verlustreiche Beteiligungsgeschäft aus den Anfangsjahren der Bank seit 1990 vollständig bereinigt.Wascheck bezifferte die Ausfälle, die auf gescheiterte Firmen-Engagements zurückgehen, auf rund 130 Mill.DM.Mit dem diese Beteiligungsphase abschließenden Kraftakt habe man der strategischen Zielsetzung der Bank Rechnung getragen und die künftige Entwicklung auf eine solide Basis gestellt.Schon im laufenden Geschäftsjahr 1997 soll die Risikovorsorge weitgehend eingestellt werden und die freigesetzten Aktivitäten wieder dem Ertrag zugute kommen. Der Gewinn von 36 Mill.DM wird gemäß Abführungsvertrag an die Frankfurter BfG Bank überwiesen, die die Anteile der Gesellschaft zu 100 Prozent hält.Wunsch der Mutter ist es, die Eigenkapitalrendite der Berliner Tochter von zuletzt 6 Prozent auf 15 Prozent zu steigern.Wascheck geht davon aus, die Planzahlen bis 2000 erreichen zu können.Schon die bisher abgeführten Erträge von insgesamt 378 Mill.DM - das sind 80 Prozent vom Kaufpreis, den die Frankfurter für die schon in der ehemaligen DDR aktive Deutsche Handelsbank bezahlt haben - seien eine Bestätigung für die BfG Bank gewesen. Für 1997 hat sich der Vorstand hohe Ziele gesteckt.Im Vordergrund der Arbeit soll die Konzentration auf die künftig wichtigsten Geschäftsfelder Corporate Treasury (Liquiditäts-, Zins- und Währungsmanagement) und Corporate Finance (Akquisitionsfinanzierung) stehen.Auch in dem erst im April 1996 eröffneten neuen Geschäftsbereich Handelsfinanzierungen von Rohstoffkontrakten will die Bank ihre Kernkompetenz nachweisen.Hier haben die Berliner vor allem den osteuropäischen Markt im Visier.Der Vorsprung vor der Konkurrenz ergibt sich aus den alten Kontakten.In Warschau, Prag oder Budapest, so Wascheck, müsse die Deutsche Handelsbank nicht mehr vorgestellt werden.Die Bilanzsumme des Instituts wird für 1996 unverändert mit 3,1 Mrd.DM ausgewiesen.Größter Posten auf der Aktivseite sind wieder die Wertpapiere mit einem Volumen von 1,3 Mrd.DM.Leicht rückläufig sind mit 330,7 Mill.DM die Kundenverbindlichkeiten.

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