Wirtschaft : Die Macht der Netze: Autogeschäft: Keine Probefahrt im Internet

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Vielleicht sind ja die Schlachtrösser der Old Econonmy die wirklichen Antreiber der New Economy. Zum Beispiel die Autoindustrie: "Wie die Dotcoms auch alle heißen - ohne physische Produkte wären sie nicht von Bestand", sagt der Präsident des Verbandes der Autoindustrie, Bernd Gottschalk. Und meint mit den physischen Produkten natürlich Autos. An den Börsen wurden insbesondere die Autofirmen lange links liegen gelassen. Das hat die Konzernstrategen gewurmt, und deshalb hat einer nach dem anderen große Internet-Projekte verkündet. Die großen Versprechungen reichen bis zu 1000 Dollar, die - bei jedem Auto - durch den Einsatz des Netzes in Beschaffung und Vertrieb sowie der Organisation der Produktion eingespart werden könnten. Aber: Es bleiben Versprechungen. Gar nicht zu reden davon, dass ein Pkw dadurch um 1000 Dollar günstiger würde für den Käufer. Und dass künftig der neue Wagen im Internet zusammengestellt und gekauft wird, ist auch mehr Vision denn nahe Zukunft. Zwar bieten einige Hersteller schon heute einen so genannten Car-Konfigurator, mit dem das Wunschmodell entworfen werden kann. Doch um den Wagen zu kaufen, muss man nach wie vor zum Händler; eine Probefahrt kann das Netz nicht ersetzen. Dabei würden die Unternehmen gerne kundengenau Autos bauen, doch ein Großteil der Wagen wird ohne Auftrag, also mehr oder weniger auf Halde gebaut. Sowohl Hersteller als auch Händler gehen davon aus, dass das Interntet von Autokäufern als Informationsmedium genutzt wird - jedenfalls Neuwagen betreffend. Bei gebrauchten Autos sieht das anders aus. Schätzungen zufolge wird rund ein Drittel aller gebrauchten Pkw im Internet gekauft. Über die Website von Autoscout24, einem der größten Portale, werden nach eigenen Angaben monatlich 30 000 Gebrauchte vermittelt.

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