Wirtschaft : Die Ressourcen Osteuropas angezapft

PETER BOLM

Forschungsverbund intensiviert / 130 Firmen in BerlinVON PETER BOLM

An den Fördermöglichkeiten kann es nicht liegen, daß die innovativen Kräfte gerade der kleinen und mittleren Industrieunternehmen nicht schneller wachsen und der technologische Aufholprozeß in Deutschland nur schleppend vorankommt.Bundesweit werden derzeit mehr als 3 500 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bezuschußt an denen 8 500 Wissenschaftler und Techniker beteiligt sind.Um die Mittel gezielter einzusetzen und eine Vernetzung auch auf überregionaler Ebene zu erreichen, wurde vom Bonner Forschungsminister 1993 das Programm "Forschungskooperation" gestartet.Die Absicht war, den Verbund zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu stärken.Insbesondere kleinere Betriebe, die sich keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können, sollen hier ihre Chance bekommen.Einen besonderen Schwerpunkt innerhalb des Programms legten die Initiatoren auf die Belebung von Kooperationen zwischen Unternehmen in den neuen Ländern und osteuropäischen Forschungsinstituten.Damit konnten alte Kontakte aus DDR-Zeiten aktiviert und gleichzeitig preisgünstigere Ressourcen in Anspruch genommen werden. Um hier eine Art Bilanz zu ziehen, soll ein sogenannter Innovationstag dienen, der von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen AiF heute auf dem Gelände der AiF-Außenstelle in der Tschaikowskystraße 49 in Berlin-Pankow veranstaltet wird.Die AiF, Dachorganisation von zur Zeit 109 Forschungsinstituten aus den unterschiedlichsten Branchen, fungiert als Projektträger des Kooperationsprogramms.Seit 1993 konnten auf diese Weise mehr als 440 Mill.DM an Zuschüssen an die Unternehmen weitergereicht werden.In Berlin treffen sich heute 130 Firmen aus Deutschland, Rußland und Tschechien, in denen die Zusammenarbeit bereits praktiziert wird. Dabei soll nicht nur über das Erreichte, sondern auch über Probleme und Besonderheiten der Zusammenarbeit mit den Instituten in Mittel- und Osteuropa gesprochen werden.Unter den seit 1993 geförderten 550 transnationalen Projekten waren 150 Vorhaben mit osteuropäischer Beteiligung.Um die Kontakte weiter auszubauen und den schnell wachsenden Märkten in dieser Region mit dem nötigen Know-how zu begegnen, wurden inzwischen AiF-Büros in Moskau, Prag, Budapest, Warschau und Kiew gegründet. Neben ihrer beratenden Funktion fällt den Kontaktstellen die Aufgabe zu, die Forschungslandschaft des jeweiligen Gastlandes zu analysieren, Fachseminare zu organisieren und auch vor Ort eine mögliche Förderung anzustoßen.Doch nicht nur Firmen aus den neuen Ländern können von den AiF-Aktivitäten profitieren.Insgesamt, so die offiziellen Angaben, nehmen bereits 50 000 vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen in ganz Deutschland die Dienste der angeschlossenen Forschungseinrichtungen in Anspruch.

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