Wirtschaft : Die Rückkehr der Klassiker

Die alten Spiele sind wieder präsentabel

Nora Luttmer

Oldies wie Prellball galten lange als uncool. In Sport- und Spielwarengeschäften lagen sie in den hintersten Regalen. Doch ganz langsam etablieren sie sich wieder – manche sind sogar auf dem Weg zum Kult.

Faustball ist die Gentlemen-Variante des Volleyball. Mit der Faust oder dem Arm muss ein Ball auf einem 20 mal 50 Meter großen Feld übers Netz oder die Schnur geprügelt werden. Mit Faustball verwandt ist Prellball. Dabei darf der Spielball nur mit der Faust geschlagen werden und muss zunächst in der eigenen Spielhälfte den Boden berühren, ehe er in der gegnerischen Spielfläche aufkommt. Beide Varianten wurden früher im Sportunterricht gespielt, dann verschwanden sie jedoch über Jahre von den Spielfeldern. Nun bahnen sie sich wieder ihren Weg zurück in die Gesellschaft. Unter www.faustballartikel.de kostet ein Faustball ab 46,50 Euro, der Prellball beim Internetversand Sport-Thieme ab 52 Euro.

Die deutsche Boccia -Kugel leuchtet in rotem, grünem, blauem oder gelbem Plastik. Die südländische Metallkugel – hier zu Lande bekannt als Boule -Kugel – glänzt silbern und erinnert an französische Dorfplätze, Platanen und Rotwein. Vielleicht rollen deshalb nur noch wenige der Plastikkugeln dem kleinen roten Ball entgegen – mit dem Ziel näher ranzukommen als die Kugel des Gegners. Und das, obwohl die Boulekugeln teurer sind. Ein Sechser-Set Boule kostet im Angebot bei Karstadt Sport 20 Euro, bei Sport-Thieme liegt der Preis für acht Boccia- Kugeln bei 12,90 Euro.

Von ehrgeizigen Badmintonspielern wird das bei Spaß-Sportlern beliebte Federball abfällig als Kinderspiel bezeichnet. Markierter Platz und Netz sind unnötig; Rasen oder Strand reichen völlig aus, um dem Gegner den Federball entgegen zu schmettern. Die einzige Regel: Der Ball darf nicht den Boden berühren. Bei Karstadt sind zwei Schläger mit Ball schon ab 13 Euro zu haben.

Ein Ball mit klebender Klettoberfläche? Doch, da gab es mal so was, vor vielen, vielen Jahren. Jetzt ist das Spiel wieder im Internet und in Spielwarenläden zu finden – meist unter dem Namen Catch-Ball . Der Ball wird mit der Hand geworfen und dann mit einem tellerförmigen Schläger aufgefangen. Der flauschige Ball bleibt dann an der Klettoberfläche des Tellers haften. Das Spiel braucht nicht viel Platz und ist so der ideale Zeitvertreib auch für den Autobahnparkplatz während des Urlaubsstaus. Zwei Schläger und der Ball kosten bei www.toys.de 5,99 Euro. Zusatzbälle sind für 1,99 Euro zu haben.

Krocket wird häufig mit dem englischen Nationalsport Cricket verwechselt. Doch beim Krocket muss niemand über einen Platz rennen. Die Spieler spazieren plaudernd durch den Garten, mit ihren klobigen Schlägern hämmern sie Holzkugeln durch in den Rasen gesteckte Tore aus dickem Draht. Sieger ist, wer seine Kugel mit den wenigsten Schlägen durch alle Tore treibt. Beim Internetversand www.mytoys.de kostet ein Set für vier Spieler 17,99 Euro, eines für sechs Spieler 29,99 Euro. Karstadt verlangt für ein Sechser-Krocket 35 Euro.

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