Wirtschaft : Die Spanier gelten als Spezialisten für militärische Transportflugzeuge

Die spanische Construcciones Aeronaticas S.A (Casa) wird nach der Fusion mit der Aérospatiale Matra und der DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa) einen beträchtlichen Anteil an der Airbus-Produktion erhalten. Das spanische Unternehmen bringt die Familie militärischer Transportflugzeuge in die EADS ein. Da Airbus seine Aktivitäten auch auf militärische Anwendungen ausdehnt und die Casa hier über großes Know-how verfüge, wird die Casa die Aktivitäten einschließlich Endmontage, Marketing und Verkauf leiten. Die Casa wurde 1923 gegründet. Das Unternehmen war von Beginn an eng mit deutschen Luftfahrtunternehmen verbunden. In der Zeit des Nationalsozialismus und nach dem Sieg des Generals Franco im spanischen Bürgerkrieg 1939 wurde die Zusammenarbeit noch enger. Casa baute ab 1944 die dreimotorige Junkers "Ju52" als "C-352", aus dem deutschen Heinkel-Bomber "He 111" wurde die "C 2111".

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde einer der ersten Düsenjäger der Welt, die Messerschmidt "Me 109 G", als "HA 1109" nachgebaut. Die deutschen Flugzeugbauer nutzten das Spanien Francos nach dem Krieg als Ausweichgebiet, da in Deutschland jede Aktivität zunächst von den Alliierten untersagt war. So hatte Claude Dornier in Madrid ein Konstruktionsbüro, und auch Willy Messerschmidt arbeitete ab 1953 mit einem Beratervertrag in Spanien.

In den sechziger Jahren wandte sich Casa verstärkt der US-Industrie zu. Bereits 1973 beteiligte sich das spanische Unternehmen am Airbus-Konsortium und arbeitet seit 1986 an der Entwicklung des Eurofighters mit. Auch in der europäischen Raumfahrt war die Casa von Beginn an engagiert. Nach der Fusion wird sie voraussichtlich mit der Montage des europäischen Militärtransporters FLA beauftragt werden - falls das Projekt zustande kommt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar