Wirtschaft : Die Spitzenposition soll im nächsten Jahr ausgebaut werden - Joint-Venture in Nahost geplant

Deutschlands größter Autovermieter Sixt will seine Spitzenposition mit neuen Allianzen und weiteren Internet-Aktivitäten ausbauen. Trotz steigender Fuhrparkkosten erwarte die Sixt AG im laufenden Geschäftsjahr zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ertrag, sagte Vostandsvorsitzender Erich Sixt bei der Hauptversammlung des Unternehmens am Montag in München. Erstmals soll der Konzernumsatz auf über fünf Mrd. DM klettern. Die Dividende will Sixt auf Vorjahresniveau halten. Im ersten Halbjahr 1999 sei der Umsatz um 20 Prozent auf knapp 2,6 Mrd. DM gestiegen, der Ertrag wuchs um 14 Prozent auf 35,5 Mill. DM.

In den kommenden Jahren will Sixt nach Angaben des Vorstandschefs die Märkte des Nahen Ostens erobern. Mit dem amerikanischen Autovermieter Dollar Rent a Car und Dogmoch-Enterprises sei ein Joint-Venture im Nahen Osten geplant. An der Gesellschaft, die bereits im September ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen werde, werde Sixt knapp über 50 Prozent der Anteile halten. Sie soll ausschließlich als Franchisegeber auftreten. Dem Joint-Venture werde das Exklusivrecht übertragen, die Markennamen "Sixt" und "Dollar Rent a Car" zu nutzen, sagte Sixt. Besonders hinsichtlich des Leasinggeschäfts erwarte man enorme Wachstumspotenziale. Sixt rechne mittelfristig mit Lizenzeinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe und entsprechenden Erträgen.

Das Internet sei für Sixt einer der wichtigsten Geschäftsfaktoren der Zukunft, sagte der Vorstandschef. Vor allem im Gebrauchtwagenhandel sollen mehr Geschäfte per Mausklick abgewickelt werden. In den USA würden bereits 20 Prozent aller Gebrauchtwagen über das World-Wide-Web verkauft.

Im vergangenen Jahr verbesserte Sixt seinen Konzernumsatz um 56 Prozent auf 4,6 Mrd. DM (rund 2,35 Mrd. Euro). Der Jahresüberschuss stieg sogar um 63 Prozent auf 60 Mill. DM, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 56 Prozent auf 117,3 Mill. DM. Ein Vertreter der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz dazu: "Im Kern lässt sich an den beeindruckenden Zahlen nicht mäkeln." Dennoch gebe es Schwächen: Beispielsweise seien die Fuhrparkkosten stärker gestiegen als Umsatz und Gewinn.

Durch die Ausgabe von Bonusaktien im Verhältnis 1:2 sei die Zahl der Aktien im vergangenen Jahr von 7 380 000 auf 22 140 000 gestiegen. Dennoch sollen die Dividenden pro Stammaktie von 0,73 auf 1,56 DM und pro Vorzugsaktie von 0,77 auf 1,60 DM steigen.

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