Wirtschaft : Die Stimmung kann schnell umschlagen

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VON HOCH ZU HOCH

Von der optimistischen Intel Prognose angetrieben, ist der Dax am Freitag zeitweise über die Marke von 4600 Punkten gestiegen – ein Niveau, das er zuletzt vor drei Jahren markierte. Allein in den vergangenen vier Wochen ist der Index von Hoch zu Hoch geklettert und hat dabei mehr als acht Prozent gewonnen. Die gute Stimmung hat hausgemachte Gründe: die Aussicht auf einen Regierungswechsel im Herbst und weitere Gewinnsteigerungen der Unternehmen. Hinzu kommen externe Ursachen: So deutet etwa die optimistische Intel-Prognosen darauf hin, dass die Unternehmen weiter investieren und die erwartete Abschwächung des US-Wachstums nur vorübergehend ist. Auch nach Einschätzung von US-Notenbankchef Alan Greenspan steht die US-Wirtschaft „auf einem sicheren Fundament “. Und: Die langfristigen Zinsen und Renditen auf dem Rentenmarkt bleiben – gegen alle Erwartungen – auf historisch niedrigem Niveau.

ZU VIEL OPTIMISMUS

Je höher der Dax steigt, desto nervöser werden die Marktteilnehmer. „Der Optimismus birgt Enttäuschungspotenzial “, warnen die Analysten von Helaba Trust. Nach den Gewinnsprüngen der Vergangenheit sei bei den Unternehmensergebnissen nun eher eine Beruhigung zu erwarten. Denn: „Wichtige Gewinntreiber wie etwa Kostensenkungsprogramme verlieren zusehends an Dynamik.“ Helaba Trust warnt auch deshalb vor Kurskorrekturen, weil der Pessimismus sehr schnell in allgemeinen Optimismus umgeschlagen sei. Da Profis antizyklisch Aktien kaufen oder verkaufen – also dann, wenn keiner sie haben will beziehungsweise alle einsteigen –, rät Heleba Trust derzeit vom Einstieg ab. Die DZ Bank sieht das ähnlich – und empfiehlt Anlegern, erst über Aktienkäufe nachzudenken, wenn der Dax deutlich gesunken ist. Generell gelte aber weiterhin: Die Aktienmärkte seien sowohl gegenüber ihren historischen Durchschnittsbewertungen als auch gegenüber dem Rentenmarkt „ sehr attraktiv bewertet “. mot

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