Wirtschaft : Die Telekom braucht keinen Schutz

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Von Dieter Fockenbrock

Die Spitzenmanager haben gewechselt, folgt jetzt auch eine neue Strategie? KaiUwe Ricke führt seit dem Herbst die Deutsche Telekom und Wolfgang Clement das Wirtschaftsministerium. Und auf den Minister könnte es ankommen. Denn sein Haus ist zuständig für die Wettbewerbskontrolle auf dem Telekommarkt in Deutschland.

Seit der Liberalisierung beklagt sich der ehemalige Staatsmonopolist Deutsche Telekom darüber, gegenüber seinen Wettbewerbern benachteiligt zu werden. Die Klagen mögen sogar gerechtfertigt gewesen sein. Doch ein Monopol in den Wettbewerb zu überführen, ist kein leichtes Unterfangen. Die Beharrungstendenzen sind so groß, dass der staatliche Regulierer klare Regeln aufstellen und den Marktführer in seine Schranken weisen muss. Andernfalls haben die Neulinge keine Chance.

Wirtschaftsminister Clement will das Telekomgesetz novellieren und damit auch die Aufgaben der Regulierungsbehörde neu definieren. Das macht auch Sinn. Die Deutsche Telekom ist heute nicht mehr der alles verdrängende Riese. Doch unter Schutz gestellt werden muss Rickes Konzern nun auch wieder nicht. Die milliardenschweren Investitionen in neue Technologien haben ihre eigene Dynamik entfaltet. Viele der kleinen, wendigen Angreifer sind schon wieder vom Markt verschwunden, das ungeheure Innovationstempo spielt der Telekom in die Hand.

Trotzdem: Die Telekom-Regulierungsbehörde war von Anfang an auf Zeit geplant. Dabei sollte es auch bleiben. Clement hat sich die Entrümpelung der Bürokratie ohnehin vorgenommen.

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