Digitale Daten für Daimler & Co. : Ein bisschen wie Google reicht nicht

Daimler, BMW und Audi kaufen sich mit Here einen eigenen Kartendienst. Das Signal: Wir überlassen die Zukunft nicht Apple oder Google. Doch wer Märkte erobern will, muss sie radikal verändern. Ein Kommentar.

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Wer hat das Kommando? Wer die Daten hat, hat die Macht - die digitalen Spuren der Fahrer werden für Autokonzerne immer wichtiger.
Wer hat das Kommando? Wer die Daten hat, hat die Macht - die digitalen Spuren der Fahrer werden für Autokonzerne immer wichtiger.Foto: Thomas Kienzle/AFP

Ein bisschen sein wie Google. Für die Chefs von Daimler, BMW und Audi mag sich das so angefühlt haben, als sie am Montag mitteilten: Wir übernehmen den digitalen Kartendienst Here von Nokia. Tatsächlich bestätigen Fachleute, dass Firmen wie Here einer der Schlüssel sein können zum autonomen Fahren. Das Material, das der Dienst liefert, ist demnach so präzise und so aktuell, dass sich mit seiner Hilfe auch Computer unfallfrei auf unseren Straßen bewegen können. In dieser Qualität kann das sonst nur Google, heißt es.

Mit dem Deal dürften die drei Autokonzerne auch so manches Mitglied der Bundesregierung und der EU-Kommission glücklich gemacht haben. Nach dem Motto, endlich jemand, der sich der US-Übermacht entgegenstellt. All die Teslas, Apples oder Googles, die mit ihren Produkten nun auch noch das Herz unserer Wirtschaft bedrohen, die Autoindustrie. Mit dem Kauf von Here tritt diese nun aufs Gas.

Nur, wer sich Karten malen lässt, baut noch keine selbst fahrenden Autos. Die US-Unternehmen machen es vor: Wer Märkte erobern will, muss sie radikal verändern – und zwar aus eigener Kraft. Ein bisschen Google reicht nicht.

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