DIW : Forschung schützt vor Flauten

Deutschland ist spitze – und ausgerechnet das beschert Teilen der Industrie zurzeit Probleme. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

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Berlin - Die Wissenschaftler haben einen Wachstumsmarkt untersucht, die sogenannten forschungsintensiven Güter. Darunter verstehen Ökonomen Produkte, die mit hohem Forschungs- und Entwicklungsaufwand hergestellt werden, wie etwa im Maschinenbau oder in der Luft- und Raumfahrt. Deutschland spezialisiert sich der Studie zufolge immer stärker auf diese Produkte und hat international den größten Marktanteil, vor Japan und den USA. Der Nachteil: Da viele dieser Produkte zu den Investitionsgütern gehören, für die vor allem in Phasen des Aufschwungs Geld ausgegeben wird, herrscht auf diesem Exportmarkt nun Flaute.

Die Wissenschaftler des DIW begrüßen den Ausbau forschungsintensiver Industrien trotz der konjunkturellen Anfälligkeit. „Wenn die Märkte nach der Krise wieder anspringen, gibt es durchaus die Hoffnung, dass gerade die wettbewerbsstarke deutsche Industrie gut vorbereitet ist“, sagte Heike Belitz, eine Autorin der Studie.

Ähnlich sieht es das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. In einer Pressemitteilung betonten die Forscher ebenfalls am Mittwoch, dass intensive Forschung ein Schutzschild gegen konjunkturelle Schwankungen sein könne. Die Kölner Ökonomen beziehen sich damit vor allem auf die Pharmaindustrie, die sich in den vergangenen Jahren krisenfest zeigte. Dies liegt aber auch daran, dass Medikamente unabhängig von der Konjunktur gebraucht werden.

Schlechter schneidet Deutschland der DIW-Studie zufolge auf dem Markt wissensintensiver Dienstleistungen ab, etwa im Kreditgewerbe. Zwar gewinnt dieser Markt innerhalb von Deutschland an Gewicht. International büßten deutsche Anbieter aber Marktanteile ein. Die DIW-Forscher führen dies auf die starke Regulierung in Deutschland und die nationalen Unterschiede im europäischen Binnenmarkt zurück. 

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