Wirtschaft : Doping und Dampfbad für die kalte Jahreszeit Wann sie am besten wirken, was Sie lieber lassen sollten

Julia Rehder

Manch einen erwischt es immer wieder. Doch wie wappnet man sich gegen die Erkältungen, die einem in der eh schon grauen Jahreszeit die letzten Energiereserven rauben?

Eine Schule unter den Medizinern rät zu Vitaminpräparaten, die ergänzend zur Nahrung und vor allem vorbeugend geschluckt werden – die Wirkung ist aber umstritten. In den USA gehört ein gut sortierter Vitamincocktail inzwischen genauso selbstverständlich auf den Frühstückstisch wie Butter und Marmelade. Dort kann man zum Teil schon für ein paar Dollar hochwertige Vitaminpräparate in Drogeriemärkten kaufen. Hier zu Lande sollte man besser auf das Angebot der Apotheken zurückgreifen, sagt Achim Schmidt, Allgemeinmediziner und Homöopath aus München – auch wenn das teurer ist. Denn bei den Nahrungsergänzungsmitteln kommt es auf die richtige Dosierung an.

Der Münchner Arzt rät seinen Patienten zu einer Kombination aus hoch dosiertem Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen. Statt die Pillen einzeln zu schlucken, kann man auch Kombipräparate einnehmen. Ein bekanntes aus den USA ist etwa das „Orthomol Immun“ (30 Einmalbeutel/52,50 Euro). Länger als drei Monate sollten die Vitamine aber nicht eingenommen werden. „Es ist nicht sinnvoll, sich permanent zu dopen", sagt Schmidt. „Die Vitamingabe sollte kurmäßig in der kalten Jahreszeit erfolgen. Normalerweise reicht eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse aus.“

Besonders entspannend und vorbeugend ist nach Meinung des Arztes auch der regelmäßige Saunabesuch. In Berlin reicht das Angebot von finnischer Sauna über Trockensauna, Dampfbad, Biosauna mit Lichttherapie bis zum türkischen Hamam. Empfohlen werden zwei bis drei Saunagänge pro Besuch, wichtig ist danach der Sprung ins kalte Becken und eine 20-minütige Ruhezeit.

Durch den Wechsel von heiß und kalt wird der Kreislauf auf Touren gebracht – das trainiert die Reaktionsfähigkeit des Organismus und macht ihn widerstandsfähiger. Für welche Sauna man sich entscheidet, ist eine Frage des Geschmacks. Um die von überheizten Räumen ausgetrockneten Schleimhäute richtig zu verwöhnen, ist aber besonders das Dampfbad geeignet. Wer schon stark erkältet ist, sollte sich aber besser zu Hause auskurieren. „Bei wem es nur leicht in der Nase kribbelt, der kann ruhig etwas robuster mit sich selber sein und in die Sauna gehen", rät Schmidt. Wer sich durch die großen Temperatur-Unterschiede beim Saunieren bewusst abhärtet, den lassen die Niesanfälle des Kollegen eher kalt.

Saunen in Berlin, zum Beispiel in der „Kristallsauna“, Lützowstr. 106, Tel. 030/262 28 27 ( www.kristallsauna.de ), „Alte Halle", Krumme Straße 10, Tel. 030/342 30 78 oder „Hamam Bülowbogen“, Dennewitzplatz , Tel. 217 50 544

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