Drei Fragen an Dilek Kolat : "Pflege benötigt Zeit und Zuwendung"

Pflegesenatorin Dilek Kolat (SPD) über eine bessere Bezahlung von Pflegefachkräften, die Reform der Ausbildung und eine Aufwertung des Berufs.

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Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, beim Kongress „Die besten Chefärzte“. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, beim Kongress „Die besten Chefärzte“.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Frau Kolat, was müsste für die Beschäftigten getan werden?

Erstens muss – vor allem in der Altenpflege – besser bezahlt werden. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag wäre die beste Lösung. Hier müssen sich die Arbeitgeber bewegen. Zweitens brauchen wir gute Arbeitsbedingungen. Pflege ist eine Tätigkeit von Mensch zu Mensch, die Zeit und Zuwendung benötigt. Drittens eine attraktive Ausbildung, die durchlässig ist. Das heißt: Zugang auch mit niedrigerem Schulabschluss, aber gleichzeitig für Beschäftigte die Möglichkeit sich über Weiterbildung und Studium zu entwickeln. 

Wie kann das erreicht werden?

Die Ausbildung in der Pflege wird durch das Pflegeberufe-Reformgesetz neu geordnet. Künftig sollen alle Pflegekräfte – in Alten- Kranken- und Kinderkrankenpflege – gemeinsam ausgebildet werden. Dann wird der Wettbewerb um Fachkräfte zwischen Kliniken und Altenpflege die Bezahlung in der Altenpflege steigen lassen. In den Krankenhäusern muss der Bundesgesetzgeber mehr Pflegekräfte auf den Stationen vorschreiben. Denn in den vergangenen Jahren wurden das Personal dort immer stärker ausgedünnt. Das hat die Arbeitsbelastung enorm erhöht.

Wie kann es gelingen, dass der Beruf aufgewertet wird?

Wir erleben ja in der aktuellen Diskussion gerade, dass das Thema Alten- und Krankenpflege viele Menschen sehr bewegt. An der Charité streiken die Pflegekräfte – nicht für mehr Geld, sondern für mehr Kollegen. Dieses Ziel unterstütze ich. Auch die Altenpflege rückt in unserer alternden Gesellschaft immer stärker in den Mittelpunkt. Pflege geht uns alle an, denn wir alle können morgen betroffen sein.

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