Wirtschaft : Dresdner Bank: Analysten sehen Verlust im operativen Geschäft

Die Dresdner Bank wird nach Einschätzung von Analysten für das vierte Quartal im operativen Geschäft einen Verlust ausweisen. Vor allem der Teilverkauf ihres Pakets an der Münchener Rück habe der Bank aber unter dem Strich einen Gewinn beschert. Im Durchschnitt erwarten die Experten für Deutschlands drittgrößte Bank im vierten Quartal ein Vorsteuerergebnis von 1,135 Milliarden Euro nach 916 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die vorläufigen Geschäftszahlen werden voraussichtlich am Dienstag bekannt gegeben. Schon die Deutschen Bank und die Commerzbank hatten mit ihren Quartalsergebnissen die Analysten enttäuscht.

Bei der Dresdner Bank sei der Vorsteuergewinn vermutlich vor allem durch den Verkauf eines 2,45-prozentigen Anteils an der Münchener Rück gestiegen. Die Bank hatte im November für 1,56 Milliarden Euro Aktien des weltgrößten Rückversicherers im November 2000 verkauft. Die Bank kann mit Inkrafttreten der Steuerreform 2002 die Erlöse aus dem Verkauf steuerfrei vereinnahmen. Die Dresdner Bank hält nach der Anteilsreduzierung noch knapp fünf Prozent an der Münchener Rück. Den erwarteten operativen Verlust der Dresdner Bank im letzten Quartal 2000 begründen die Experten unter anderem mit dem schwachen Marktumfeld und der erhöhten Risikovorsorge für die Hypothekentochter Deutsche Hyp. "Wir erwarten ein negatives operatives Ergebnis", schreiben Georg Kanders und Martin Peter von WestLB Panmure in einer Studie. "Die Hauptgründe sind die höhere Risikovorsorge für die Deutsche Hyp und die schwache Entwicklung des Handelsergebnisses in Verbindung mit steigenden Kosten."

Das Handelsergebnis werde vor allem auf Grund der schwachen Entwicklung an den Börsen in der zweiten Jahreshälfte zurückgegangen sein, sagten auch andere Analysten. Im Schnitt rechnen die Experten mit einem Handelsergebnis von 261 Millionen Euro im vierten Quartal nach 407 Millionen Euro im entsprechenden Zeitraum 1999. Im November hatte die Bank bekannt gegeben, ihre Risikovorsorge wegen Risiken der Deutschen Hyp bei Immobilien in Ostdeutschland deutlich zu erhöhen. Dresdner-Vorstandssprecher Bernd Fahrholz hatte bereits eingeräumt, dass die Risikovorsorge das Ergebnis tangieren werde, aber keine Angaben über die Höhe der Belastung gemacht.

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