Drogerien : Schlecker-Nachfolger Dayli setzt auf Deutschland

Die österreichische Drogeriekette bestätigt die Pläne, in Deutschland rund 600 ehemalige Schlecker-Filialen eröffnen zu wollen - obwohl das Unternehmen selbst angeschlagen ist.

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Unter Druck. Dayli-Eigentümer Rudolf Haberleitner braucht dringend eine Investor.
Unter Druck. Dayli-Eigentümer Rudolf Haberleitner braucht dringend eine Investor.Foto: dpa

Berlin - Trotz Finanzierungsschwierigkeiten hält die österreichische Drogeriekette Dayli an ihren Expansionsplänen in Deutschland fest. „Wir sind fest entschlossen, nach Deutschland zu kommen“, sagte Firmenchef Rudolf Haberleitner dem Tagesspiegel am Dienstag. Gerade weil man in Österreich „massive Probleme“ habe, wolle man das Deutschland-Geschäft „noch mehr forcieren“. Zudem gebe es Überlegungen, den Firmensitz nach Deutschland zu verlegen, sagte er.

Die Drogeriekette Dayli, die nach der Schlecker-Pleite in Österreich, Italien und Polen insgesamt rund 1300 Geschäfte der deutschen Firma übernommen hatte, ist derzeit auf der Suche nach einem Investor. Haberleitner hatte erst kürzlich der österreichischen Nachrichtenagentur APA gesagt, Dayli müsse ein Sanierungsverfahren einleiten, falls in dieser Woche keine neue Finanzierung gefunden werde. Man stehe in Verhandlungen, etwa mit einem polnischen Produzenten. Namen wollte Haberleitner jedoch nicht nennen. Der Firmenchef hatte sich in diesem Zusammenhang auch über Medien, Behörden und Banken in Österreich beklagt. Negative Berichterstattung und ein Streit um die Sonntagsöffnung seien Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten seiner Firma, zudem hätten ihm österreichische Banken keine Kredite gewährt, sagte er. Im Juni hatte die Kette 103 Filialen in Österreich schließen müssen, 330 der insgesamt rund 4000 Mitarbeiter verloren dadurch ihren Job.

Die Deutschland-Pläne stocken derzeit ebenfalls: Bereits im vergangenen Jahr hatte Dayli angekündigt, hierzulande 600 ehemalige Schlecker-Filialen neu eröffnen zu wollen, den Start aber mehrfach verschoben. Die Läden, die zunächst vor allem in Süddeutschland geplant sind, sollen als Nahversorger dienen und neben Artikeln des täglichen Bedarfs auch Dienstleistungen anbieten. Genaue Angaben, wann die ersten Geschäfte in Deutschland eröffnen sollen, wollte Haberleitner am Dienstag aber nicht machen. Bereits an 300 Standorten gebe es die Möglichkeit, umgehend einen Mietvertrag zu unterschreiben. Auch in Berlin und Brandenburg habe es „gute Gespräche“ gegeben, sagte Haberleitner. Jahel Mielke

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