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E-Mobility : Autohersteller leisten sich Elektro-Luxus

28.05.2012 22:46 Uhrvon
Ganz oben - bei rund 680.000 Euro - steigt Porsche in die Elektroklasse ein, mit dem Plug-in-Hybrid 918 Spyder PHEV.Bilder
Ganz oben - bei rund 680.000 Euro - steigt Porsche in die Elektroklasse ein, mit dem Plug-in-Hybrid 918 Spyder PHEV. - Foto: Porsche

Die deutsche Autoindustrie steht in der Kritik, weil sie keine E-Autos auf die Straße bringt. Das soll sich ändern: 15 Modelle sind angekündigt.

Bis 2014 will die deutsche Autoindustrie elektrisch beschleunigen. Im „Fortschrittsbericht“ der Nationalen Plattform Elektromobilität, der demnächst der Regierung übergeben wird, steht: „Die deutschen Automobilhersteller werden in der Lage sein, in der Marktvorbereitungsphase über 15 neue elektrifizierte Fahrzeugmodelle für den Verkauf anbieten zu können.“ Das klingt sehr gut. Hat man doch den Deutschen immer vorgehalten, sie hätten – anders als die ausländische Konkurrenz – keine Elektroautos auf der Straße.

Jetzt soll es also losgehen, mit 15 Modellen, in Serie und für den Massenmarkt, wie der Autoverband VDA auf dem Tagesspiegel eMobility Summit unlängst versprach. Das politische Ziel, im Jahr 2020 eine Million (aktuell: 4600) E-Fahrzeuge in der Zulassungsstatistik verbuchen zu können, rückt näher.

Wirklich? Ein Blick auf die Liste der angekündigten Neuheiten lässt Zweifel aufkommen. Denn knapp die Hälfte der 15 Elektroautos dürfte bestenfalls eine kleine, sehr zahlungskräftige Kundschaft ansprechen. Oben angefangen: Der Porsche 918 Spyder PHEV, der – bitte anschnallen! – rund 680 000 Euro kosten soll. Preiswerter, aber ebenso spektakulär: der elektrische Mercedes-Flügeltürer E-SLS für geschätzte 250 000 Euro. Batteriebetriebener Luxus auch aus München: Der Preis des Carbonrenners i8 von BMW wird auf 200 000 Euro taxiert. Für etwa 150 000 Euro soll der Audi R8 e-tron zu haben sein. Für mehr als die Hälfte dürfte das Audi-Dickschiff Q7 e-tron auf den Markt kommen. Schon heute bezahlt man für das Topmodell mit Dieselmotor ab 75 000 Euro. Komplettiert wird das Angebot für den dicken Geldbeutel mit einem Plug-in-Hybrid der Mercedes 500 S-Klasse.

Am Ende sei es der Kunde, „der mit seiner Kaufentscheidung über den Markterfolg dieser Technologie bestimmt“, sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann, wohl wissend, dass es nicht nur für die Autokäufer teuer wird. „Hunderte Millionen Euro Entwicklungskosten“ verschlinge jeder Serienanlauf. „Aktive Begleitung“ erwarte man deshalb. Heißt das: staatliche Kaufprämien? Der Staat wird sich die Liste der deutschen E-Autos vorher ansehen wollen. Wissmann ahnt: „Es wird noch ein langer Weg sein, bevor es eine breite Marktdurchdringung im Volumensektor gibt.“

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