Wirtschaft : Edeka: Ladenkette verkauft den Fiat Punto im Supermarkt

zel/ms

Edeka startet einen neuen Versuch, die traditionellen Vertriebslinien im Autohandel aufzubrechen. Von heute an will die Edeka-Regionalgesellschaft für Baden-Württemberg in 400 Supermärkten den Fiat-Kleinwagen Punto verkaufen. Die Aktion soll bis Ende Mai laufen. "Wir wollen einen neuen Weg gehen", sagte ein Sprecher des Offenburger Handelsunternehmens gegenüber dem Handelsblatt. Fiat Deutschland will mit rechtlichen Mitteln gegen die Aktion vorgehen. Edeka Baden-Württemberg verkauft den Fiat Punto auf außergewöhnliche Weise. Das Auto wird nicht allein angeboten, sondern nur in einem Paket mit anderen Produkten. Dazu gehören etwa Computerdrucker, Notebook oder eine Kamera. Im Rahmen der Sonderaktion bietet Edeka dieses Paket zu einem Komplettpreis von 24 500 Mark an. Nach Angaben des Unternehmens spart ein Kunde etwa ein Viertel der regulären Preisen.

Bei Fiat sorgt die Ankündigung für enorme Aufregung unter den Händlern. Sie fürchten, dass ihr Vertriebsmonopol in Deutschland aufgebrochen wird. "Fiat muss einschreiten und dafür sorgen, dass die Händlerverträge eingehalten werden", forderte Friedrich-Karl Bonten, Vorsitzender des Fiat-Händlerverbandes. Ein Sprecher von Fiat Deutschland sagte dazu, dass sein Unternehmen die Edeka-Aktion noch vor ihrem Start stoppen wolle. Möglicherweise wird Fiat versuchen, eine einstweilige Verfügung vor Gericht durchzusetzen. Einen weiteren Strich durch die Rechnung könnte das Wettbewerbsrecht den Edeka-Strategen machen: Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verbietet "Kopplungsgeschäfte", die dem Kunden den Preisvergleich erschweren. Edeka versucht sich nicht zum ersten Mal im Autovertrieb. Das Unternehmen hatte im Sommer 2000 versucht, den Kleinwagen Smart zu verkaufen. Damals stoppte Daimler-Chrysler die Aktion.

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