Wirtschaft : Ein Berliner Kind behauptet sich

DANIEL RHEE-PIENING

Ein konsumnaher Titel, der sich im Wettbewerb durchsetzen muß DANIEL RHEE-PIENING

BERLIN .Berliner Kindl ist ein Stück Berliner Geschichte.Die kleine Figur ist jedem, der in der Stadt unterwegs ist, bekannt.Was sich damals in Rixdorf ansiedelte hat den heutigen Bezirk Neukölln ganz entscheidend mitgeprägt.Inzwischen ist das Unternehmen weit über die Hasenheide bekannt geworden.Die Marken Bären Pils und Potsdamer Pils wurden nach den Wende übernommen. Wie alle Brauereien sucht auch Kindl in den höherklassigen Marktsegment nach Kunden, mit denen sich Geld verdienen läßt.Nord-Ostdeutschland wurde schon vor Jahren als das bevorzugte Marktziel genannt.Damit war man bisher relativ erfolgreich.Während der gesamte Bierabsatz in Berlin und Brandenburg um 8 Prozent zurückging, verzeichnete man bei Kindl nur einen Rückgang um 3,1 Prozent.Für das laufende Jahr erwartet man an der Rollbergstraße ein ausgeglichenes Ergebnis und auch beim Gewinn soll es ganz vernünftig aussehen.Verstärkt setzt man auf die Werbung, um dieses Ziel zu erreichen, denn Bier verkauft sich nicht mehr von alleine.Der Verdrängungswettbewerb macht sich in der Branche zunehmend bemerkbar.Nicht umsonst wurde der Werbeetat des Unternehmens ganz kräftig aufgestockt.Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erschließung von Gaststätten.Das Kindl-Schild muß außen prangen.Und auch sonst versucht man sich in der Bevölkerung zu verankern.Die Ausbildung von Jugendlichen gehört dazu.Auf große Zustimmung der Aktionärsversammlung im vergangenen Sommer stieß die Ankündigung des Verstandes, wieder 25 Jugendliche auszubilden. Dabei sind die in Berlin anwesende Aktionäre eigentlich die Minderheit.Fast 95 Prozent gehören der Binding Brauerei und damit keinem ganz unproblematischen Konzern.Aber Kindl, an der Berliner Börse notiert, hat sich bisher als ein solides Papier erwiesen.Es zählt zu den Aktien die man nicht als kurzfristrige Spekulation sondern als langfristige Anlage hält.Natürlich, der Wert leidet wie viele der konsumnahen Titel unter der Zurückhaltung der Verbraucher und sieht man sich die Kurse genauer an, bereiten sie keine besondere Freude. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen immerhin einen Jahresüberschuß von 6,5 (Vorjahr 6,7 ) Mill.DM.Die Investitionen verringerten sich allerding auf 28 (42,3 Mill.DM).Die Zahl der Mitarbeiter nahm dabei zudem ­ auch aus Berliner Sicht bedauerlich ­ auf 576 (600) Personen ab.Die Dividende blieb jedoch bei unverändert 12 DM.

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