Wirtschaft : "Ein gutes Jahr": Kräftiges Umsatz- und Ergebnisplus seit Jahresanfang - Aktie verliert

mot

Der Axel Springer Verlag erwartet nach einem leichten Rückgang des operativen Ergebnisses im vergangenen Geschäftsjahr "ein sehr gutes Jahr 2000". In den ersten vier Monaten sei ein Umsatzwachstum von zwölf Prozent erzielt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende August Fischer am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz in Berlin. Das Ergebnis habe sich entsprechend entwickelt. 1999 war das operative Ergebnis wegen umfangreicher Investitionen und neuer Aktivitäten um 24 Millionen auf 436 Millionen Mark zurückgegangen. Im laufenden Geschäftsjahr werde es wieder bergauf gehen, sagte Finanzvorstand Falk Ettwein. Die Prognose von drei bis fünf Prozent Umsatzwachstum sei für 2000 bereits überholt. Die Springer-Aktie gab am Dienstag um neun Prozent auf 1100 Euro nach.

Mit einem Ausbau der elektronischen Medien will Vorstandschef Fischer den Springer-Konzern weiter modernisieren. Springer war wiederholt vorgeworfen worden, nicht stark genug auf das Internet zu setzen. Neben den Internetauftritten der einzelnen Publikationen ist die Gruppe mit 25 Prozent beim Online-Buchhändler Booxtra und der Suchmaschine WSI engagiert. Fischer hält an dem Ziel fest, den Konzern in acht Jahren zu einem Auslandsanteil am Geschäft von 30 Prozent (1999: 15 Prozent) zu führen. Die Aktionäre sollen am Erfolg teilhaben: Fischer kündigte an, die Dividende werde um zwei auf 28 Mark steigen. Der verbleibende Teil des Jahresüberschusses von 193 Millionen Mark fließe in die Rücklagen. Insgesamt kletterte der Jahresüberschuss 1999 um 19 auf 295 Millionen Mark. Der Konzern-Umsatz wuchs um 400 Millionen auf 5,211 Milliarden Mark. Den größten Anteil hatte mit 43,4 Prozent das Anzeigengeschäft.

Überdurchschnittlich profitieren will Springer vom Wachstum des Werbemarkts auf vier bis sechs Prozent sowie der wachsenden Nachfrage nach Zeitungen und Zeitschriften, die von steigenden Einkommen der Haushalte angeregt werde. Während 1999 die Erlöse im Zeitungsgeschäft mit rund 1,98 Milliarden Mark nahezu stagnierten, stiegen sie Ettwein zufolge im "Übrigen Geschäft" überdurchschnittlich um 24,5 Prozent. Der Umsatz in der Sparte, zu der neben den Buchverlagen vor allem die elektronischen Medien gehören, habe 969 Millionen Mark betragen. Etwa 50 Millionen Mark stammten aus Erlösen der TV-Produktionsfirma Schwarzkopff, rund 20 Millionen Mark aus den Internet-Aktivitäten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar