Wirtschaft : Eine Fusion ist unwahrscheinlich

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An Bayer scheiden sich die Geister. Immer wieder betont das Leverkusener Unternehmen seine grundsätzliche Bereitschaft, zu fusionieren - wenn nur ein geeigneter Partner da wäre. Der große Wurf ist bisher ausgeblieben. Wie es weitergeht mit dem Unternehmen, wird Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider vielleicht auf der heutigen Analystenkonferenz preisgeben. Die Experten halten es für wahrscheinlich, dass neben der zukünftigen Strategie auch eine neue Organisationsstruktur des Unternehmens bekanntgegeben wird. Gespielt wird unter anderem mit der Möglichkeit einer Holding-Struktur und einer Aufspaltung des Mischkonzerns in vier Unternehmensbereiche: Chemie und Gesundheit/Pharma, Polymere und Landwirtschaft.

Als Partner einer Fusion sei Bayer zurzeit nicht sonderlich attraktiv, sagen die Analysten. Das Unternehmen habe zu wenige Medikamente in der (Entwicklungs-)Pipeline. Trotz einer erheblichen Aufstockung des Forschungs- und Entwicklungsetats sei erst ab 2004 mit neuen Produkten zu rechnen, sagt Martin Rödiger, Analyst bei der DG Bank. Als Partner eines US-Unternehmens sei Bayer außerdem zu klein, ein passender Partner für eine Fusion unter Gleichen, die Bayer sich vorstellen könnte, zurzeit nicht in Sicht. Dabei hätte der Konzern großes Interesse daran, in Amerika stärker Fuß zu fassen: Der US-Arzneimittelmarkt hat die höchsten Wachstumsraten der Welt.

Umgekehrt gilt Bayer trotz des niedrigen Aktienkurses nicht als akuter Kandidat für eine feindliche übernahme. "In den nächsten drei, vier Jahren halte ich das für unwahrscheinlich", sagt der Dresdner-Bank-Analyst Tony Cox. "Die Giftpille ist der Chemiebereich." Im Übrigen seien die großen Pharma-Unternehmen in den USA und Großbritannien weitgehend konsolidiert.

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