Wirtschaft : Eine letzte E-Mail von Klaus Kleinfeld Aufsichtsrat: Nachfolger soll Affären aufklären

Berlin - Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat sich mit einer E-Mail von seinen mehr als 475 000 Mitarbeitern weltweit verabschiedet. Dank des Einsatzes, der Leistungen und der harten Arbeit der Mitarbeiter „haben wir in kurzer Zeit sehr viel erreicht – Siemens steht heute operativ und finanziell hervorragend da“, schreibt Klaus Kleinfeld. „Ich hoffe, dass Sie gemeinsam die stolze Tradition des Erfolgs von Siemens fortführen und wünsche mir, dass Sie meinen Nachfolger, Herrn Peter Löscher, voll und ganz unterstützen.“

Peter Löscher wird am Montag seinen Posten offiziell antreten. Der ehemalige Manager des Siemens-Rivalen General Electric (GE) und des US-Pharmakonzerns Merck hat angekündigt, den größten industriellen Arbeitgeber Deutschlands nach einer Phase der Krisen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Er setze auf Evolution statt auf Revolution, sagte Löscher.

Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme erwartet vom neuen Chef vor allem eins: den seit Monaten von Korruptionsaffären erschütterten Konzern wieder sauber zu machen. Cromme sagte am Freitag in München, eine der wichtigsten Aufgaben des Vorstands bleibe, die Aufklärungsarbeit der aktuellen Korruptionsfälle voranzutreiben sowie die Compliance-Organisation und die internen Kontrollmechanismen weiterzuentwickeln. Compliance ist die Anti-Korruptionsabteilung im Haus. Am Vortag hatte der Konzern angekündigt, dass der Chef der Abteilung den Konzern nach nur einem halben Jahr zum 1. Juli wieder verlässt.

Cromme dankte Kleinfeld „für den unermüdlichen Einsatz für das Unternehmen“. Der scheidende Vorstandschef habe durch eine strategische Neuausrichtung „den Grundstein für den heutigen wirtschaftlichen Erfolg von Siemens gelegt“. Nun freue er sich auf die Zusammenarbeit mit Löscher. vis

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